Landkreis Diepholz entfernt junge Bäume aus Mooren
Im Landkreis Diepholz (Niedersachsen) wird es ab Mitte August in den Mooren unruhig. Die Kreisverwaltung lässt dort junge Bäume und Sträucher maschinell entfernen. In der Fachsprache nennt man das „Entkusseln“.
Das klingt im ersten Moment paradox: Warum soll man Pflanzen entfernen, um die Natur zu schützen? Der Grund ist, dass Birken, Kiefern oder Weiden in einem offenen Moor eigentlich nicht hingehören. Diese Pflanzen nehmen dem Moor das Wasser und werfen einen Schatten auf den Boden. Dadurch werden die Tier- und Pflanzenarten verdrängt, die genau diese offenen Flächen brauchen.
Besonders die trockenen Sommer der letzten Jahre haben das Problem verschlimmert. Wenn der Boden austrocknet, können sich die Gehölze viel leichter ansiedeln und schnell ausbreiten. Deshalb muss der Landkreis regelmäßig eingreifen.
Der Termin Mitte August ist kein Zufall. Die Arbeiter entfernen die jungen Pflanzen, solange sie noch Blätter tragen. Das ist effektiver, weil die Pflanzen dann seltener wieder austreiben. So bleibt die Pflege nachhaltiger und man muss in Zukunft nicht so oft ran.
Auch an die Tiere wurde gedacht. Die Arbeiten werden so angepasst, dass Insekten, Reptilien und Amphibien möglichst wenig gestört werden. Es bleiben genug Rückzugsräume in den angrenzenden Bereichen, in die die Tiere ausweichen können.
Diese Aktion ist erst der Anfang. Im kommenden Winter folgen weitere Schritte in der Diepholzer Moorniederung. Dann geht es darum, die Flächen weiter zu entwickeln und das Wasser wieder anzuheben, damit der Wasserstand dauerhaft auf einem moortypischen Niveau bleibt.