Landkreis Darmstadt-Dieburg erklärt Agrar-Förderungen für Bauern
Auf der Homepage des Blumenhofs Bitsch aus Bickenbach steht ein Satz, der für viele Betriebe gilt: Ohne staatliche Förderungen könnten sie ihre Produkte nicht zu fairen Preisen anbieten. Damit ist der Kern der landwirtschaftlichen Unterstützung schnell erklärt. Zwar kommt das Geld nicht direkt aus der Kasse des Landkreises Darmstadt-Dieburg (Hessen), aber der Kreis ist die entscheidende Genehmigungsbehörde. Die Beamten dort beraten die Bauern und entscheiden, wer Gelder von der EU, dem Bund oder dem Land bekommt.
Das System basiert auf der sogenannten Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU. Diese ist in zwei Säulen unterteilt. Die erste Säule sichert das Einkommen der Bauern über eine Grundstützung pro Hektar. Um kleinere Familienbetriebe zu schützen, gibt es zudem eine Umverteilungsprämie für die ersten 60 Hektar. Auch junge Landwirte werden gezielt unterstützt, damit der Generationswechsel auf den Höfen gelingt.
Zusätzlich können sich die Betriebe freiwillig zu sogenannten Ökoregeln verpflichten. Das kann der Verzicht auf Chemie sein, das Anlegen von Blühstreifen oder die Nutzung von Agroforstsystemen, bei denen Bäume und Sträucher auf dem Acker stehen. Rainer Schellbach, Fachgebietsleiter Landwirtschaft beim Landkreis, betont jedoch, dass das Geld nicht einfach so fließt. Die Bauern müssen strenge Regeln bei der Betriebsführung einhalten.
Der Landkreis prüft diese Vorgaben genau und setzt dabei moderne Technik ein. Satellitenbilder werden automatisch mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz ausgewertet. Wenn die Software Verstöße findet, wird das Geld gekürzt. Laut Schellbach führt dieser Teil der Arbeit immer wieder zu Diskussionen mit den Landwirten. Insgesamt etwa 800 Betriebe aus dem Dienstbezirk – dazu gehören neben dem Landkreis Darmstadt-Dieburg auch die Stadt Darmstadt und der Kreis Groß-Gerau – nutzen diese Förderungen.
Die zweite Säule der Förderung konzentriert sich auf mehrjährige Projekte und den ökologischen Landbau in Hessen. Ein Beispiel ist der Kichererbsen-Anbau auf dem Kohlbacher Hof in Otzberg. Zwar lief das spezielle Programm der Ökomodell-Region Süd Ende 2025 aus, doch die Pflanze wird dort weiterhin angebaut.
Auch bei teuren Investitionen hilft der Staat mit bis zu 40 Prozent der Kosten, sofern ein echter Mehrwert entsteht. So wurde beim Schüttler-Hof in Modau ein mobiler Legehennenstall mit Eiersortierung gefördert. Der Aschwiesenhof in Lützelbach erhielt Unterstützung für neue Schlacht- und Produktionsräume sowie eine Halle für Heu und Stroh.
Vize-Landrat Lutz Köhler sieht darin einen Weg, die Landwirtschaft zukunftsfest und nachhaltig zu machen. Das Ziel sei, dass Produkte vor Ort produziert und verkauft werden, was am Ende auch für die Verbraucher günstiger und ökologischer sei.