Landkreis Bayreuth sucht alte Obstsorten
In vielen Gärten und auf Wiesen im Landkreis Bayreuth (Bayern) stehen alte Obstbäume, deren Sorten heute kaum noch jemand kennt. Früher gab es in Bayern über 2000 verschiedene Apfelsorten, heute sind es nur noch etwa 700. Viele der lokalen Sorten wurden bis etwa 1940 gepflanzt. Diese Bäume kommen nun langsam in ihr Lebensalter. Wenn sie sterben, verschwinden oft auch die besonderen Geschmäcker und Eigenschaften der Früchte.
Die Streuobstberaterin Amrei Schindelmann vom Landratsamt und die Regierung von Oberfranken wollen diese Vielfalt bewahren. Gesucht werden vor allem Apfel- und Birnbäume, die mindestens 70 Jahre alt sind. Auch Bäume mit außergewöhnlichen Früchten sind interessant. Besonders wichtig sind Sorten, die zum Beispiel Hitze besser vertragen als moderne Bäume. Auch Bäume mit einer Geschichte, etwa wenn sie früher von den Vorfahren selbst veredelt wurden, sind wertvoll.
Wer solche Bäume kennt, kann helfen. Man soll bis Mitte September eine E-Mail an [email protected] schicken. In der Mail müssen ein Foto des Baumes und der genaue Standort stehen. Später werden die Sorten bestimmt, und die Finder werden über die Ergebnisse informiert.
Wer sich für das Thema interessiert, kann an einem Sortenspaziergang teilnehmen. Marco Fuchs führt am Samstag, den 19. September, von 15 bis 17 Uhr über den Kirchberg in Gesees. Treffpunkt ist am Torbogen vor der Kirche in Gesees. Dort kann man mehr über wiederentdeckte Sorten wie die kleine Pfalzgräfin oder die Rötliche Renette erfahren.