Landkreis Bad Kissingen testet KI-Schutz gegen Wölfe
Wölfe sind im Landkreis Bad Kissingen (Bayern) längst angekommen. Das ist vor allem für die Landwirte in der Rhön ein Problem, da dort viele Tiere wie die typischen Rhönschafe auf den Weiden grasen. Um die Herden besser zu schützen, hat das Zukunftslabor des Landkreises nun ein Projekt gestartet, das auf künstlicher Intelligenz (KI) basiert.
Für die Tests wurde in Aura am Wässerungsweg eine Versuchsfläche eingerichtet. Das Gelände gehörte früher zur Bienenforschung und bietet deshalb die passende Technik: Es gibt dort Strom, WLAN, Glasfaser und einen Mast. Damit der Zaun auch wirklich hält, half ein Profi mit: Sven Jacob, der Vizeweltmeister im Zaunbau aus Wörth am Main, stellte die neue Umzäunung am Vormittag des 20. Juli 2026 auf.
Die Koppel ist mit Kameras und Sensoren ausgestattet. Die KI wird nun mit Bildern von Nutztieren und Raubtieren wie Wölfen, Füchsen oder Hunden gefüttert. Ziel ist es, ein Frühwarnsystem zu entwickeln, das einen Angriff erkennt, bevor es zu spät ist. Auch der Einsatz von Drohnen wird in diesem Zusammenhang geprüft. Verschiedene Modelle werden auf dem Gelände verglichen und verbessert.
Landrat Mario Götz und Bürgermeister Martin Kaiser besichtigten die Anlage gemeinsam mit Bürgern, Gemeinderatsmitgliedern und Vertretern des Bayerischen Bauernverbandes. Das Projekt wird durch Sponsoren ermöglicht: Die Firma AKO-Agrartechnik übernahm die Kosten für das Material und den Aufbau. Die Stadtwerke Hammelburg (HABNET) stellten den Glasfaseranschluss bereit, damit die hochauflösenden Videos in Echtzeit übertragen werden können. Zudem arbeiten die Universität Bremen und das Start-up Pax Lupus aus Wismar mit.
Das gesamte Projekt ist Teil des Zukunftslabors des Landkreises, das an der Wetterstation des DWD im Stadtteil Hausen ansässig ist. Dort geht es generell um Technik wie Sensoren und Drohnen. Wer mehr wissen will oder an Workshops und Projekttagen teilnehmen möchte, kann das Labor per E-Mail unter [email protected] erreichen.