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Lahn-Dill-Kreis: Raser, Tuner und überladene LKW im Visier

Die Polizei hat im Lahn-Dill-Kreis eine große Kontrollwoche durchgeführt. Dabei flogen extrem schnelle Autos, illegale Tuning-Teile und ein massiv überladener LKW auf.

Besonders heftig wurde es am Wochenende vom 28. auf den 29. August. Zwischen 19 Uhr und 3 Uhr morgens jagten die Beamten Raser, Poser und Tuner in Wetzlar, Herborn und Dillenburg. Auf der B277 zwischen Dillenburg und Herborn bemerkte eine Zivilstreife einen Autofahrer, der viel zu schnell war. Die Polizei maß eine Geschwindigkeit von 200 km/h, obwohl dort nur 100 km/h erlaubt sind. Jetzt wird gegen den Fahrer ermittelt, weil die Polizei ein verbotenes Autorennen vermutet.

Kurz nach Mitternacht, gegen 00:45 Uhr, fiel am Dillenburger Tunnel ein Audi RS 3 auf. Der Wagen war extrem laut. Bei der Kontrolle fanden die Polizisten eine Fernbedienung, mit der der Fahrer die Klappen der Abgasanlage öffnen konnte. Das Auto erreichte bei der Messung 114 Dezibel – das ist fast so laut wie ein startender Düsenjet. Die Polizei hat den Wagen sichergestellt, da die Betriebserlaubnis durch das Tuning weg ist. Fahrer und Halter müssen nun mit Bußgeldern und Punkten in Flensburg rechnen. Außerdem muss der Wagen wieder in einen legalen Zustand gebracht werden.

Auch in Mittenaar/Bicken wurde ein Kleinkraftrad gestoppt. Der Fahrer hatte das Steuergerät manipuliert, um die Drosselung auszuschalten. Statt der erlaubten 45 km/h schaffte das Gefährt 72 km/h. Da das Fahrzeug so nicht zugelassen ist, droht dem Fahrer nun ein Verfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Insgesamt kontrollierten die Beamten in dieser Nacht 26 Fahrzeuge und fanden viele Mängel bei der Versicherung oder der Technik.

Bereits am 27. August gab es in Herborn (Hessen) eine ganztägige Aktion. Die Stadtpolizei und der regionale Verkehrsdienst waren unter anderem an der Juno-Kreuzung, am Kreisverkehr Herborn-Burg sowie in der Westerwaldstraße und der Straße Am Hintersand im Einsatz. Zwischen 7 und 8:30 Uhr ignorierten sieben Fahrer an der Juno-Kreuzung das Rotlicht. Im Laufe des Tages wurden 42 Menschen ohne angeschnallten Gurt erwischt. Sechs Fahrer telefonierten am Steuer, und dreimal waren Kinder nicht angeschnallt.

Ein LKW-Fahrer fiel besonders auf: Er hatte sieben Tonnen Holz zu viel geladen. Die Polizei leitete gegen die Firma des Halters ein Verfahren ein, um rund 1500 Euro abzuschöpfen. Dem Fahrer selbst drohen ein Bußgeld von 140 Euro und ein Punkt in Flensburg.

Den freundlichsten Start in die Woche gab es am Dienstag, den 25. August, in Hermannstein. Zwischen 07:30 und 09:15 Uhr halfen Schüler der Philipp-Schubert-Grundschule bei der Aktion "Blitz für Kids". Sie überreichten Autofahrern im 30er-Bereich der Schule grüne Karten für korrektes Fahren oder gelbe Karten, wenn sie zu schnell waren. Von 35 angehaltenen Fahrern bekamen acht eine gelbe Karte. Zudem kontrollierte die Polizei die "Elterntaxis" vor der Schule und stellte zwei Parkverstöße fest. Alle Beteiligten reagierten positiv auf die Aktion.

Die Ermittlungen in den verschiedenen Fällen dauern an. Ob und inwieweit sich die Verdächtigen strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: Polizeipräsidium Mittelhessen - Pressestelle – zur Originalmeldung

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