Kressbronn: Staatssekretär besucht Biotopverbund-Projekt
Staatssekretär Dr. Andre Baumann vom Umweltministerium Baden-Württemberg war in Kressbronn (Bodenseekreis, Baden-Württemberg) zu Besuch. Gemeinsam mit Landrat Luca Prayon und Bürgermeister Daniel Enzensperger machte er eine Tour durch die Gegend. Das Ziel war es, den sogenannten Biotopverbund zu zeigen. Dabei geht es darum, dass Naturschutzgebiete nicht isoliert liegen, sondern durch grüne Korridore miteinander verbunden werden.
Thomas Ueber vom Landschaftserhaltungsverband (LEV) führte die Gruppe zu vier verschiedenen Stationen. Der Start war am Hofgut Schleinsee. Dort wurde erklärt, dass das Projekt in Kressbronn schon 2021 startete und die fachliche Arbeit 2022 begann. Am Anfang war es gar nicht so einfach: Viele Landwirte hatten große Bedenken gegen die Pläne. Erst durch viele Gespräche, einen Beirat im Gemeinderat und die Einbindung der Öffentlichkeit konnte man Vertrauen aufbauen und Lösungen finden, mit denen alle leben können.
Danach ging es ins Naturschutzgebiet Schönmoos. Dieses kleine Moorgebiet ist ein wichtiger Ort für seltene Pflanzen wie Orchideen oder den Rundblättrigen Sonnentau. Ueber erklärte, dass man diese Flächen regelmäßig pflegen muss, damit sie nicht zuwachsen. Hier kam jedoch ein Problem zur Sprache: Weil teilweise das Geld fehlte, konnten einige notwendige Pflegearbeiten und neue Verträge nicht mehr umgesetzt werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt war der Betznauer Bach. Er dient als ökologische Brücke zwischen dem Schönmoos und dem Berger Weiher. Besonders wichtig ist das Gewässer für die streng geschützte Libellenart Helm-Azurjungfer. Damit die Libellen überleben, muss der Bach sauber bleiben und die Wiesen drumherum dürfen nur schonend bewirtschaftet werden.
Zum Abschluss besuchten die Beteiligten die Mittelmühle am Nonnenbach. Dort wurde ein ehemaliger Hopfenacker in artenreiches Grünland verwandelt. Mit regionalem Saatgut und Geduld entstanden innerhalb weniger Jahre wertvolle Lebensräume. Staatssekretär Baumann lobte die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Er betonte, dass solche Netzwerke aus Lebensräumen wichtig seien, damit die Natur widerstandsfähiger gegen den Klimawandel wird.
Ob die Finanzierung für die fehlenden Pflegemaßnahmen im Moorgebiet künftig gesichert werden kann, bleibt abzuwarten. Die Ermittlungen zur weiteren Ausweitung des Verbunds dauern an.