Kressbronn am Bodensee plant neuen dm-Markt und Solaranlage
In Kressbronn am Bodensee (Bodenseekreis, Baden-Württemberg) gibt es bald einen dm-Drogeriemarkt. Der Gemeinderat hat dem Projekt einstimmig zugestimmt. Der Markt soll südlich vom EDEKA in der Argenstraße entstehen. Geplant ist ein einstöckiges Gebäude mit Parkplätzen direkt vor der Tür. Da es im Ort bisher keinen Drogeriemarkt gibt, soll die Versorgung der Bewohner so verbessert werden. Das Bebauungsplanverfahren soll bis 2026 fertig sein, damit der Bau im Frühjahr 2027 starten kann.
Auch beim Klimaschutz geht es voran. In Nitzenweiler soll eine sogenannte Agri-PV-Anlage gebaut werden. Das bedeutet, dass auf einem Grundstück der Gemeinde Solarzellen aufgestellt werden, unter denen weiterhin Landwirtschaft betrieben werden kann. Das Regionalwerk hat den Netzanschluss bereits zugesagt. Die Anlage soll klimaneutralen Strom liefern und der Gemeinde Geld einbringen. Jetzt starten die detaillierten Planungen und technischen Prüfungen. Ob und wie genau die Anlage gebaut wird, entscheidet der Rat später.
Für Radfahrer gibt es einen neuen Masterplan. Die Gemeinde hat eine Radverkehrskonzeption beschlossen. Insgesamt 235 Maßnahmen sollen das 80 Kilometer lange Netz verbessern. Das reicht von neuen Schildern und abgesenkten Bordsteinen bis hin zu großen Lücken im Netz, die geschlossen werden sollen. Über 300 Hinweise von Bürgern flossen in den Plan ein. Die Umsetzung erfolgt nun Schritt für Schritt, je nachdem, wie viel Geld im Haushalt ist.
Nicht gute Nachrichten gibt es für Eltern: Die Gebühren für die Schulbetreuung an der Nonnenbachschule und am Bildungszentrum Parkschule steigen. Grund sind höhere Kosten für Personal, Räume und den Betrieb. Die Gebühren wurden zuletzt 2021 angepasst. Die Gemeinde möchte mit der moderaten Erhöhung die Qualität sichern und extrem hohe Sprünge in der Zukunft vermeiden.
Finanziell steht die Gemeinde gut da. Der Jahresabschluss 2025 zeigt ein Plus von rund 1,72 Millionen Euro. Das Eigenkapital stieg auf etwa 87,9 Millionen Euro, während die Schulden bei den Banken auf rund 537.000 Euro sanken. Die Verwaltung warnt jedoch, dass die Lage für Kommunen generell angespannt bleibt, weil Sozialausgaben steigen und die Überschüsse sinken.
Bei den Eigenbetrieben sieht es gemischt aus. Der Bereich Wohnungsbau und Grundstücksverkehr machte einen Gewinn von rund 543.000 Euro. Hier wurden unter anderem 27 Wohnungen in Bachtobel gebaut und das Hotel „Zur Kapelle“ gekauft. Die Abwasserbeseitigung schrieb hingegen ein Minus von rund 16.300 Euro in der roten Zahlen. Um das auszugleichen, gibt es eine Kapitalausstattung von 300.000 Euro und ab Januar 2027 neue Gebühren. Auch die Gemeindewerke machten einen Verlust von rund 103.700 Euro, was aber durch alte Gewinne aufgefangen werden kann. Besonders das Hallenbad wird in Zukunft teure Modernisierungen brauchen.
Zuletzt hat der Gemeinderat die sogenannten Betrauungsakte für kommunale Einrichtungen erneuert. Das klingt kompliziert, ist aber eine rechtliche Absicherung. Damit dürfen Einrichtungen wie der Bauhof, die Musikschule, das Naturstrandbad oder das Amt für Tourismus weiterhin rechtssicher Geld von der Gemeinde bekommen, ohne gegen EU-Wettbewerbsregeln zu verstoßen. Die alten Beschlüsse aus dem Jahr 2016 wurden ersetzt; neue Kosten entstehen dadurch nicht. Zudem stimmte der Rat der Annahme verschiedener Spenden zu.