Kressbronn am Bodensee: Letzte Filme im alten Lichtspieltheater
In Kressbronn am Bodensee (Bodenseekreis, Baden-Württemberg) gab es am 10. und 11. Juli einen besonderen Abschied. Das alte Lichtspieltheater Engel öffnete seine Türen für ein Nostalgiekino. Das Gebäude soll in naher Zukunft abgerissen werden, um Platz für einen Neubau zu machen. Deshalb flimmerten noch einmal vier Filmklassiker aus den 1950er und 1960er Jahren über die Leinwand.
Früher war das Kino ein wichtiger Treffpunkt im Ort. Später wurde das Haus als Getränkemarkt genutzt, und nur noch der alte Schriftzug an der Fassade erinnerte an die Kinotage. Dank einer Förderung aus dem Projekt „Leerstand vor Ort als Chance für Kultur“ konnten die Räume kurzfristig wieder genutzt werden. Das Kinomobil Baden-Württemberg und das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat halfen dabei. Weil es gefördert wurde, war der Eintritt für alle Besucher kostenlos.
Insgesamt kamen knapp 300 Menschen zu den Vorführungen. Besonders beliebt war der Film „Die Fischerin vom Bodensee“, den sich fast 150 Menschen ansahmen. Ein Highlight war die Technik: Die Filme liefen auf originalen Analogrollen. Ein Fachmann vom Kinomobil zeigte den Gästen, wie die alten Projektoren funktionieren. Selbst kleine Risse im alten Filmband wurden direkt vor den Augen der Zuschauer repariert.
Für Snacks wie Popcorn und Chips sorgte das Team von KTEP. Die Leckereien wurden gegen Spenden verkauft, wobei knapp 1.300 Euro zusammenkamen. Manfred Löffler, der das Gebäude besitzt und auch ein Bauunternehmen führt, stellte den Saal unkompliziert zur Verfügung. Er kündigte zudem an, den gesammelten Spendenbetrag privat aufzustocken.
Das Amt für Tourismus, Kultur und Marketing, das die Veranstaltung organisiert hatte, bedankte sich bei vielen Helfern. Unterstützt wurde das Projekt vom örtlichen Bauhof, dem „Seestüble“ für Strom und Getränke sowie der Familie Kugel vom „Engel".