Kreis Segeberg: Viele Menschen fühlen sich einsam
Im Kreis Segeberg (Schleswig-Holstein) fühlen sich viele Menschen einsam. Das hat eine wissenschaftliche Untersuchung ergeben, die der Kreis gemeinsam mit Partnern wie dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) und dem Psychiatrischen Krankenhaus Rickling durchgeführt hat. Insgesamt 2.535 Menschen nahmen an der anonymen Online-Befragung teil.
Die Ergebnisse zeigen, dass Einsamkeit fast jeden treffen kann, egal wie alt man ist oder welche Lebenssituation man hat. Besonders oft betroffen sind ältere Menschen, Menschen, die alleine wohnen, oder Menschen ohne einen festen Tagesablauf. Interessant ist auch, dass Männer häufiger von Einsamkeit berichteten als Frauen. Zudem gibt es einen Zusammenhang zwischen der Einsamkeit und einem höheren Risiko für Angstzustände oder Depressionen.
Ein großes Problem ist dabei die Scham. Der Sozialwissenschaftler Jonas Schmeißner-Darkow spricht hier vom sogenannten „Turn-Away-Effekt“. Das bedeutet, dass viele Betroffene sich aus Angst oder aus einem Gefühl des persönlichen Scheiterns kaum mit dem Thema beschäftigen und auch nicht darüber sprechen. Deshalb werden die bestehenden Beratungs- und Sozialangebote im Kreis bisher nur wenig genutzt.
Landrat Jan Peter Schröder betonte, dass Einsamkeit erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit, die Lebensqualität und die Teilhabe an der Gesellschaft haben kann. Die Daten aus der Befragung sollen nun helfen, die Hilfe gezielter zu gestalten.
Wer Unterstützung sucht, kann zum Beispiel die Gesprächsgruppe „Sozial kann Jede*r“ des Landesvereins für Innere Mission besuchen. Die Gruppe trifft sich jeden ersten Montag im Monat von 15 bis 16.30 Uhr im Freizeitzentrum „Kuhstall“ in Rickling.
Um die Angebote im Kreis noch besser an die Bedürfnisse der Menschen anzupassen, gibt es nun weitere Schritte. Am Donnerstag, den 25. Juni, findet von 10 bis 13 Uhr ein Workshop in der Rosenstraße 28a in Bad Segeberg statt. Interessierte können sich per E-Mail anmelden.
Die Ergebnisse der Studie wurden bereits im Frühjahr auf einer Gesundheitskonferenz vorgestellt. Dort haben rund 100 Vertreter aus Kommunen, Vereinen und dem Gesundheitswesen über erste Lösungen diskutiert.