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Krefeld vor 650 Jahren: So sah die Stadt aus

Forscher haben rekonstruiert, wie Krefeld im Jahr 1373 aussah. Besonders die alten Wasserläufe prägten damals das Stadtbild.

Wer heute durch die Krefelder (Nordrhein-Westfalen) Innenstadt läuft, kann sich kaum vorstellen, wie die Gegend vor 650 Jahren aussah. Damals, im Jahr 1373, war die Ortschaft gerade erst zur Stadt erhoben worden. Die Forscher Carmen Gallas und Stefan Kronsbein haben nun akribisch untersucht, wie die Landschaft und vor allem die Gewässer damals verliefen.

Ein spannender Fund betrifft die Angerhausenstraße zwischen der Hochstraße und der Königstraße. Die Straße verläuft dort heute noch recht ungewöhnlich. Die Forscher fanden heraus, dass dort früher eine Rinne floss, die als Beginn der sogenannten Moerse gilt. Von diesem Wasserlauf hat vermutlich auch die Stadt Moers ihren Namen. Das Wasser aus Regen und Grundwasser floss von dort aus erst zu den Gräben der Burg Krakau und dann weiter Richtung Bismarckplatz und Hohenzollernstraße.

Früher war das Ganze jedoch nicht nur idyllisch, sondern auch gefährlich. Die Rinnen in der Stadt waren oft mit Kot gefüllt. Es kam immer wieder vor, dass Kinder oder Erwachsene hineinfielen. Später wurde das Wasser über die Rheinstraße in einem offenen Kanal umgeleitet. Ein altes Bild aus den 1820er-Jahren im Stadtarchiv zeigt diesen Kanal noch. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde alles unter die Erde gelegt und kanalisiert.

Auch an der Hohenzollernstraße gab es früher Wasser. Auf alten Fotos aus dem 20. Jahrhundert sieht man, dass die Krefelder dort im Sommer mit Kähnen fuhren. Im Winter wurde auf dem Eis Schlittschuh gelaufen. Heute sind diese Weiher längst zugeschüttet. Man kann sie höchstens noch als kleine Senken im Grünstreifen der Hohenzollernallee erahnen.

Ein weiterer wichtiger Wasserlauf war der Mühlenbach in Linn. Im Mittelalter konnten dort wohl Kähne fahren. Sogar in der Römerzeit bildete der Bach die Grenze zwischen dem Gebiet von Xanten und Köln. Heute fließt das Wasser nur noch in den Weihern des Greiffenhorst-Parks, ansonsten ist der Graben meist trocken.

Die Ergebnisse der Forschung wurden in der neuesten Ausgabe des Krefelder Jahrbuchs „Die Heimat“ veröffentlicht.

Quelle: Krefeld – zur Originalmeldung

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