Krefeld: Theaterstück Terror im Landgericht
Am Freitag, den 11. September, wird es im Landgericht Krefeld (Nordrhein-Westfalen) spannend. Um 19 Uhr beginnt dort die Premiere des Stücks „Terror“ vom Kresch-Theater. Das Datum ist kein Zufall, denn an diesem Tag wird das 25-jährige Gedenken an die Anschläge auf das World Trade Center in New York begangen.
In dem Stück geht es um ein schweres moralisches Dilemma. Auf der Anklagebank sitzt der Bundeswehr-Pilot Lars Koch. Er hat ein entführtes Passagierflugzeug abgeschossen, um einen Anschlag auf ein Fußballstadion in München zu verhindern. Dort hätten 70.000 Menschen gesessen. Durch seine Entscheidung starben jedoch alle 164 Menschen an Bord des Flugzeugs.
Das Besondere an der Aufführung im großen Saal am Nordwall ist, dass das Publikum selbst mitbestimmt. Die Zuschauer übernehmen die Rolle von Schöffen und stimmen am Ende der fiktiven Verhandlung über Schuld oder Freispruch ab. Je nachdem, wie die Mehrheit wählt, wird eines von zwei verschiedenen Enden gespielt: Entweder wird der Pilot wegen Mordes verurteilt oder er wird freigesprochen.
Die Zusammenarbeit kam zustande, weil das Gericht selbst auf das Theater zugekommen ist. Das Projekt passt zum Programm „Rechtsstaat macht Schule“, bei dem Schüler lernen, wie ein faires Verfahren funktioniert. Damit die Schauspieler ihre Rollen glaubhaft spielen, haben ihnen Juristen des Gerichts und ein Oberstleutnant der Luftwaffe Tipps gegeben.
Die Premiere ist bereits ausverkauft. Die Aufführung dauert etwa 80 bis 90 Minuten und ist für Menschen ab 15 Jahren geeignet. Im Anschluss an das Stück gibt es ein Nachgespräch, um die schwierigen Fragen des Stücks zu diskutieren. Weitere Termine folgen im Landgericht sowie auf der Studiobühne 2 in der Fabrik Heeder an der Virchowstraße 130. Karten können über die Webseite www.kresch.de reserviert werden.
Quelle: Krefeld – zur Originalmeldung