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Krefeld: Streetworker helfen jungen Menschen in Not

Ob Obdachlosigkeit oder Drogenabhängigkeit: In Krefeld setzt sich ein Team für Jugendliche und junge Erwachsene in schweren Lebenskrisen ein.

In Krefeld (Nordrhein-Westfalen) kämpfen viele junge Menschen gegen die Hoffnungslosigkeit. Sara Siewert und Verena Eickmann sind als Jugendstreetworkerinnen genau dort unterwegs, wo die Not am größten ist. Sie suchen Menschen zwischen 14 und 27 Jahren auf, die kein festes Dach über dem Kopf haben oder in tiefen Krisen stecken.

Ein Beispiel ist die Anfang 20-jährige Nina. Sie lebt seit Jahren auf der Straße und ist schwer drogenabhängig. Ihr Leben ist hart: Erst wurde ihr das Handy gestohlen, kurz darauf wurde sie übel zugerichtet. Die Streetworkerinnen haben sie lange gesucht und finden sie schließlich benommen an einem grauen Gebäude. Sie hatte gerade Drogen genommen. Die Sozialarbeiterinnen versuchen nun, langsam ihr Vertrauen zu gewinnen, auch wenn nicht klar ist, ob Nina die Hilfe wirklich will.

Das Team betreut momentan etwa 20 verschiedene Fälle. Die Schicksale sind unterschiedlich: Da ist eine Fachabiturientin, die in der Notschlafstelle gelandet ist, weil sie die Wohnungssuche nicht alleine geschafft hat. Oder ein junger Mann, der in einem Zelt schläft und tagsüber in der Bahnhofsmission ist. Auch zwei Freunde, die trotz einer Ausbildung in einer Wohngruppe für Obdachlose leben, gehören dazu.

Die Arbeit findet nicht nur auf der Straße statt. Ein wichtiger Teil passiert im Rathaus. Dort helfen die Frauen ihren Klienten dabei, Briefe zu öffnen, Telefonate mit dem Jobcenter zu führen oder Termine beim Bürgerservice zu organisieren. Die Kommunikation läuft oft unkompliziert über WhatsApp oder Sprachnachrichten, damit die Hürde für die Betroffenen so niedrig wie möglich bleibt.

Laut Verena Eickmann hat sich die Lage in den letzten Jahren verschärft. Die Fälle seien heftiger geworden, es gäbe mehr Gewalt und mehr Drogen. Zudem mache es die schwierige Wohnsituation im ganzen Land komplizierter. Ohne eigene Wohnung gehe es für die Betroffenen oft sehr schnell bergab.

Wer Hilfe braucht, kann das Team telefonisch unter 0160 97 27 89 18 oder 0160 91 40 98 39 erreichen. Alternativ gibt es Kontakt per E-Mail an [email protected] oder über Instagram unter @jugend.streetwork.47. Das Angebot ist kostenlos, anonym und freiwillig.

Quelle: Krefeld – zur Originalmeldung

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