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Krefeld: Kitas gewöhnen Kinder ohne Becken an Wasser

In vielen städtischen Kindertagesstätten in Krefeld lernen die Kleinen spielerisch den Umgang mit Wasser. Das Ziel: Ängste abbauen, bevor die eigentliche Schwimmausbildung beginnt.

In der Kita Prinzenbergstraße (Krefeld, Nordrhein-Westfalen) ist es an einem heißen Vormittag laut. Fünf Kinder, darunter Mika, Lia und Jakob, sind bis auf die Knochen nass. Sie haben gerade eine halbe Stunde lang mit Wasser experimentiert. Erst mussten sie mit Schwämmen Wasser in einen Behälter transportieren, dann haben sie Gummitiere aus einem großen Eisblock befreit. Am Ende durften sie in einer Wanne planschen.

Das ist kein bloßes Spiel, sondern Teil eines pädagogischen Konzepts. Die Stadt Krefeld möchte, dass Kinder schon sehr früh und regelmäßig mit Wasser in Kontakt kommen. So sollen Hemmungen und Ängste verschwinden, noch bevor die Kinder in die Schule kommen. Die Kinder lernen dabei grundlegende Dinge: Wie fühlt es sich an, wenn Wasser in den Augen ist? Wie atmet man unter Wasser? Und was schwimmt, was sinkt?

Seit 2025 hat die Stadt das Projekt bereits in 26 von insgesamt 46 städtischen Kitas eingeführt. Mittelfristig sollen alle Einrichtungen mitmachen. Der Hintergrund ist ernst: In ganz Deutschland können immer weniger Kinder schwimmen. Gründe dafür sind unter anderem die Corona-Pandemie oder fehlende Kurse. Mit dem Training in den Kitas sollen die Kinder wichtige Vorbereitungen für den späteren Schwimmunterricht treffen.

Das Training findet das ganze Jahr über statt. Im Winter wird zum Beispiel der Waschraum zum Abenteuerspielplatz. Die Kinder testen in Waschbecken, welche Materialien schwimmen. Beim Kochen lernen sie, dass Wasser zu Dampf wird, und in der Turnhalle gibt es ein „Trocken-Schwimmbad“, um die richtigen Bewegungen und Sicherheitsregeln zu üben.

Auch die Eltern werden eingebunden. Die Erzieher geben Tipps für einfache Übungen zu Hause. So kann man zum Beispiel beim täglichen Duschen oder in der Badewanne mit den Kindern experimentieren, indem sie etwa einen Tischtennisball durch Pusten über eine Wasseroberfläche bewegen.

Die Stadt will das Angebot nun weiter ausweiten, damit alle städtischen Kitas das Konzept nutzen können. Weitere Details zur Umsetzung in den verbleibenden Einrichtungen liegen bislang nicht vor.

Quelle: Krefeld – zur Originalmeldung

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