Krefeld: Die Geschichte hinter dem Seyffardt-Denkmal
Wer heute in Krefeld (Nordrhein-Westfalen) an der Leyentalstraße unterwegs ist, findet dort gegenüber dem Kaiser-Friedrich-Hain ein Denkmal für Ludwig Friedrich Seyffardt. Das sieben Tonnen schwere Bauwerk steht dort heute etwas versteckt. Eigentlich gehörte es an eine ganz andere Stelle: den nördlichen Teil des Ostwalls.
Dort prägte das Denkmal lange das Stadtbild, genau dort, wo heute das Polizei-Präsidium steht. Doch der Zweite Weltkrieg hinterließ tiefe Spuren. Bei dem großen Bombenangriff im Jahr 1943 wurde dieser Teil des Boulevards fast komplett zerstört. Nur auf alten Postkarten sieht man heute noch, wie prächtig dieser Abschnitt früher einmal aussah.
Im Jahr 1962 entschied man sich, das Denkmal zu versetzen. Ein Trupp Männer brachte einen kleinen Kranwagen mit und zerlegte das schwere Monument in drei Teile. So gelangte der Obelisk an seinen heutigen Platz an der Leyentalstraße. Ein Teil der ursprünglichen Gestaltung ist jedoch für immer verloren: Während das Konterfei von Seyffardt den Krieg überlebte, verschwanden die Figuren eines Schulknaben und eines Waisenmädchens. Vermutlich wurden sie während des Krieges eingeschmolzen, um das Metall für die Waffenproduktion zu nutzen.
Doch wer war eigentlich dieser Ludwig Friedrich Seyffardt? Der gebürtige Aachener kam als junger Mann nach Krefeld, um Kaufmann zu werden. Er wurde ein einflussreicher Politiker, saß im Preußischen Abgeordnetenhaus und setzte sich stark für die Bildung von Frauen sowie für die Armenpflege ein. Als Teilhaber einer Samtfabrik gehörte er zu den reichsten Bürgern der Stadt, was er auch zeigte: Er spendete zehntausende Mark für die Stadthalle und das Stadttheater.
Auch nach seinem Tod im Jahr 1901 sorgte Seyffardt noch für die Stadt. In seinem Testament hinterließ er 150.000 Mark für Volksschulen und Fortbildungen sowie 15.000 Mark für die Armenverwaltung. Weitere Summen gingen an die Stadtbibliothek und das Kaiser-Wilhelm-Museum. Das Denkmal selbst wurde bereits 1905 von seinen Mitbürgern und Freunden errichtet, um dem „tatkräftigen Förderer der Wohltätigkeit“ zu danken.
Weitere Details zur Geschichte des Denkmals werden im Stadtarchiv Krefeld bewahrt.
Quelle: Krefeld – zur Originalmeldung