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Kolkwitz baut Vereinsheim aus alten DDR-Platten

Copyright und Urheber siehe Kolkwitz

Auf dem Sportplatz in Kolkwitz entstand ein Gebäude aus gebrauchten Betonteilen. Das Projekt ist Teil einer europäischen Forschung.

In Kolkwitz (Landkreis Spree-Neiße, Brandenburg) wurde am 20. August Richtfest gefeiert. Auf dem Sportplatz entsteht ein neues, zweistöckiges Gebäude. Es bietet Platz für Lager- und Vereinsräume. Außerdem gibt es dort nun ein Tickethaus und Garagen für zwei Kleinbusse.

Das Besondere an dem Bau ist das Material. Die Planer haben 80 Betonplatten aus Großräschen verwendet. Diese Teile stammen aus alten DDR-Plattenbauten in Cottbus. Die Platten sind bis zu sechs Meter lang und wiegen bis zu sechs Tonnen. Das Ingenieurbüro aus Cottbus und die BTU haben die Teile kreativ eingesetzt. So wurden ehemalige Innenteile zu Außenwänden und alte Stützen aus einem Mittelgang wurden zu einer Galerie.

Das Gebäude ist ein Paradebeispiel für das europäische Forschungsprojekt „Re create“. Professorin Angelika Mettke und ihr Team von der BTU untersuchen seit über 30 Jahren, wie man Bauteile aus abgerissenen Häusern wiederverwenden kann. In Kolkwitz ist es das erste Mal, dass im Rahmen dieses Projekts ein ganzes Gebäude so entsteht. Die Forscher wollen damit Standards und digitale Werkzeuge entwickeln, damit gebrauchte Betonteile künftig öfter in Bauprojekten landen, statt im Schredder.

Einfach war das Vorhaben jedoch nicht. Peter Jähne vom Ingenieurbüro kritisierte die hohe Bürokratie. Jede einzelne der 80 Platten muss heute europäischen Normen entsprechen. Zu DDR-Zeiten gab es diese Regeln noch nicht. Das macht die Planung länger und die Zulassung teurer. Jähne hofft deshalb auf einfachere Verfahren in der Zukunft.

Beim Richtfest gab es eine Besonderheit: Es gab keinen klassischen Zimmermannsspruch. Da das Gebäude kein Dach mit Balken hat, in die man einen Nagel schlagen könnte, übernahm Bürgermeister Karsten Schreiber die Worte. Der Lausitzbeauftragte Dr. Klaus Freytag lobte das Projekt. Viele Vereine in der Lausitz müssten derzeit noch in Containern untergebracht sein und blickten nun neidisch auf die neue Lösung in Kolkwitz.

Ob das Modell der Wiederverwendung nun flächendeckend in anderen Gemeinden der Region übernommen werden kann, wird die Zeit zeigen.

Quelle: Kolkwitz – zur Originalmeldung

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