Köln verliert ehemaligen Oberbürgermeister Fritz Schramma
Fritz Schramma ist am Montag, den 17. August 2026, gestorben. Er war 78 Jahre alt und hatte lange Zeit gegen eine schwere Krankheit gekämpft. Schramma war von September 2000 bis Oktober 2009 Oberbürgermeister von Köln (Nordrhein-Westfalen). Schon davor, seit 1989, saß er im Stadtrat.
Sein Weg ins Amt war besonders. Nach dem plötzlichen Tod von Harry Blum übernahm er im März 2000 zuerst als Bürgermeister die Vertretung. Kurz darauf wählten ihn die Kölner im September zum Oberbürgermeister. Zu dieser Zeit änderte sich in Nordrhein-Westfalen die Verwaltung: Die alte Aufteilung der Aufgaben wurde abgeschafft, und der Oberbürgermeister wurde gleichzeitig zum Chef der gesamten Verwaltung.
Schramma wollte kein distanzierter Beamter sein. Er sah sich als den ersten Bürger der Stadt. Deshalb richtete er ein eigenes Bürgerbüro mit Sprechstunden ein. Er war zudem der erste Oberbürgermeister im Land, der regelmäßig über das Internet mit den Menschen in seiner Stadt chattete.
Bevor er in die Politik ging, arbeitete er fast 28 Jahre lang als Lehrer. Dieses Wissen nutzte er in seinem Amt. Er sorgte dafür, dass Kölner Schulen saniert wurden, die Ganztagsbetreuung ausgebaut wurde und es mehr Plätze für Kinder unter drei Jahren gab.
Auch das Stadtbild veränderte sich unter ihm. Die Neugestaltung des Rheinauhafens, der Ausbau der Medienbranche und die Umwandlung von Industriegebieten auf der rechten Rheinseite gehören zu seinen Projekten. Ebenso prägte er den Bahnhofsvorplatz und setzte sich für ein saubereres Köln ein. Ein wichtiges Zeichen für die Integration war für ihn der Bau der Moschee in Ehrenfeld. Für dieses Engagement erhielt er 2008 den Genç-Preis und 2009 den Muhammad-Nafi-Tschelebi-Friedenspreis.
Der aktuelle Oberbürgermeister Torsten Burmester würdigte Schramma als jemanden, für den das Amt ein Traum und kein bloßer Beruf war. Er lobte ihn als Vermittler, der auch gegen Widerstände für den Frieden in der Stadt kämpfte. Als Zeichen der Trauer wurden die Flaggen auf Halbmast gesetzt.
Wer Abschied nehmen möchte, kann dies ab Mittwoch, den 19. August 2026, tun. Im Historischen Rathaus und im Rathaus Spanischer Bau liegen Kondolenzbücher aus.
Die Familie bittet darum, sie momentan nicht zu kontaktieren. Die Beisetzungsfeier wird vorbereitet. Wann und wo sie stattfindet, wird die Familie zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.
Quelle: Köln – zur Originalmeldung