Köln: Museum veröffentlicht Ergebnisse zur NS-Raubkunst
Das Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) hat eine große Untersuchung abgeschlossen. Von August 2020 bis Januar 2026 haben die Experten genau geprüft, woher die Gegenstände stammen, die das Museum zwischen 1933 und 1940 gekauft hat. Es ging vor allem darum, herauszufinden, ob die Objekte während der NS-Diktatur ihren Besitzern weggenommen wurden. Wenn das der Fall ist, sollen die Stücke an die rechtmäßigen Erben zurückgegeben werden.
Die Suche war diesmal besonders schwierig. Bei teuren Gemälden gibt es oft klare Belege oder bekannte Bilder. Bei Gegenständen der angewandten Kunst ist das anders. Viele dieser Werke wurden in Serie hergestellt und haben keine eindeutigen Merkmale. Es gibt kaum historische Fotos, an denen man sie erkennen könnte.
Um eine Lösung zu finden, hatte das Museum bereits im Mai 2022 internationale Fachleute nach Köln eingeladen. Gemeinsam wurde diskutiert, wie man solche Objekte trotzdem identifizieren kann. Das Ergebnis dieser Arbeit ist nun ein Sammelband mit dem Titel "Provenienzforschung und angewandte Kunst – Methoden, Quellen, Netzwerke". Das Buch enthält 14 wissenschaftliche Beiträge und ist auf der Plattform arthistoricum.net für jeden kostenlos zugänglich.
In dem Buch geht es nicht nur um Köln. Es werden auch die Praktiken anderer großer Museen untersucht, zum Beispiel vom Rijksmuseum in Amsterdam, dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg oder dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe. Außerdem beleuchtet die Forschung den internationalen Kunsthandel der NS-Zeit, etwa die Kunsthandlung Julius Böhler in München. Ein wichtiger Teil der Arbeit widmet sich den Schicksalen jüdischer Sammler und Händler, wie Maximilian von Goldschmidt-Rothschild aus Frankfurt oder Jacques und Emma Rosenthal aus München.
Das Projekt wurde vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert. Ziel ist es, faire Lösungen für den Umgang mit Raubkunst zu finden. Wer mehr wissen möchte, kann das Buch unter https://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/1745 lesen.
Quelle: Köln – zur Originalmeldung