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Kiekeberg zeigt Ausstellung zu NS-Vergangenheit

Copyright und Urheber siehe Landkreis Harburg

Das Freilichtmuseum am Kiekeberg beleuchtet die Lebenswege zweier regionaler Kulturschaffender, die eng mit dem Nationalsozialismus verbunden waren.

Im Freilichtmuseum am Kiekeberg (Landkreis Harburg, Niedersachsen) gibt es eine neue Sonderausstellung. Unter dem Titel „Trugbild Heimat? NS-Kulturschaffende nach 1945“ wird gezeigt, wie Menschen aus der Region die Ideologie der Nazis verbreiteten und wie sie danach weitermachten. Die Ausstellung läuft noch bis Sonntag, den 22. November.

Im Mittelpunkt stehen zwei Männer: der Maler Heinrich Ludwig Meyer und der Lehrer Wilhelm Marquardt. Beide unterstützten das NS-Regime aktiv. Meyer war seit 1932 in der NSDAP und verpfiff sogar einen Nachbarn und einen Kollegen bei den Behörden. Einer von ihnen landete daraufhin im Konzentrationslager Fuhlsbüttel. Marquardt war SA-Scharführer und arbeitete im Gau-Kulturamt, wo er aufpasste, dass die NS-Ideologie richtig umgesetzt wurde. Er schrieb zudem für eine Wochenzeitung der Partei.

Besonders kritisch betrachtet die Ausstellung die Zeit nach dem Krieg. Während Meyer zwar nicht mehr an der Hochschule in Hamburg arbeiten durfte, bekam er trotzdem weiter sein Ruhegehalt. Marquardt arbeitete nach einer Zeit in Haft einfach als Lehrer in Hittfeld weiter. Er schrieb über 30 Ortschroniken, in denen er die Zeit des Nationalsozialismus einfach verschwieg. Später bekam er sogar den Kulturpreis des Landkreises Harburg und das Bundesverdienstkreuz.

Die Ausstellung entstand, weil die Geschichtswerkstatt Süderelbe den Nachlass von Meyer übernahm. Bei der Recherche kamen dann die dunklen Seiten der Biografie ans Licht. Das Museum möchte damit zeigen, dass das NS-System nur funktionierte, weil es in jedem Dorf Unterstützer gab.

Wer die Ausstellung besuchen möchte, zahlt als Erwachsener 12 Euro Eintritt. Für Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Im Museumsladen gibt es zudem ein passendes Buch für 15 Euro. Wer mit dem Auto kommt, sollte beachten, dass der Eißendorfer Waldweg ab Sonntag, dem 30. August, gesperrt ist und der Verkehr umgeleitet wird.

Das Museum setzt damit seine Arbeit zur regionalen NS-Geschichte fort. In der „Ley-Bude“ gibt es bereits eine Dauerausstellung über den Landkreis zwischen 1933 und 1945.

Quelle: Landkreis Harburg – zur Originalmeldung

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