Buxtehude: Experten diskutieren Wege aus der Wohnungsbaukrise
In Buxtehude (Landkreis Harburg, Niedersachsen) fand der 6. Tag der Bauwirtschaft statt. Die Süderelbe AG und die hochschule 21 hatten dazu Experten aus der Politik, der Immobilienbranche und dem Bauwesen eingeladen. Es ging vor allem darum, ob der angekündigte sogenannte „Bau-Turbo“ der Politik wirklich hilft, den Wohnungsbau wieder anzukurbeln.
Niedersachsens Bauminister Grant Hendrik Tonne betonte per digitaler Zuschaltung, dass der Druck hoch sei. Wohnraum zu schaffen, sei eine der wichtigsten Aufgaben für die Zukunft. Doch nicht alle waren optimistisch. Prof. Dr. Thomas Beyerle von der Hochschule Biberach warnte davor, zu viel zu erwarten. Er sah Probleme bei den Gesetzen der Länder, zu wenig Personal in den Ämtern und zu viele Klagen. Er schlug vor, lieber mehr alte Gebäude zu sanieren, statt nur neu zu bauen.
Dr. Olaf Joachim aus dem Bundesministerium für Wohnen erklärte, wie der „Bau-Turbo“ funktionieren soll. Er will bürokratische Hürden abbauen und Genehmigungen beschleunigen. Er machte aber klar: Der Bund liefert nur die Regeln, aber die Kommunen und Länder müssen es dann in der Praxis auch umsetzen.
Andreas Breitner vom Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen sagte, dass politische Ziele allein nicht reichen. Die Firmen bräuchten verlässliche Bedingungen und niedrigere Baukosten. Er nannte als Beispiel den „Hamburg Standard“. Dort könne man durch einfachere Technik bei der Bauweise bis zu 600 Euro pro Quadratmeter sparen, etwa indem man die Decken etwas dünner baut.
Sönke Pickenpack vom Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen ergänzte, dass die Technik heute schon viel schneller sei. Modulares Bauen und digitale Planung würden helfen. Das Problem liege nicht auf der Baustelle, sondern in den Jahren, die zwischen der ersten Planung und dem Baustart vergehen.
Zum Abschluss diskutierten die Experten über den Föderalismus. Sie forderten, dass Bauordnungen über Landesgrenzen hinweg ähnlich sein müssten, damit es wirtschaftlicher wird. Auch beim Klimaschutz müsse man mit Verstand vorgehen, damit die Kosten für die Menschen tragbar bleiben.
Insgesamt nahmen rund 130 Menschen an der Veranstaltung teil. Dr. Olaf Krüger von der Süderelbe AG und Prof. Dr. Ingo Hadrych von der hochschule 21 fassten zusammen, dass alle Beteiligten gemeinsam handeln müssen, damit genug neuer Wohnraum entsteht.