Kassel will Hans Eichel Ehrenbürger machen
Hans Eichel könnte bald offiziell Ehrenbürger von Kassel (Hessen) werden. Oberbürgermeister Sven Schoeller hat den Vorschlag eingebracht, Eichel diese Ehre zu verleihen. Der Magistrat unterstützt diesen Plan. Damit würde Eichel in den Kreis der Ehrenbürger aufgenommen, in dem derzeit nur Dr. Eva-Maria Schulz-Jander und Jochen Lengemann sind.
Eichel ist in Kassel geboren und aufgewachsen. Er hat eine lange politische Karriere hinter sich. 1975 wurde er mit gerade einmal 33 Jahren der jüngste Oberbürgermeister in ganz Deutschland. In seiner Zeit als Chef der Stadt setzte er wichtige Dinge um: Er gründete den Ausländerbeirat und sorgte dafür, dass Männer und Frauen im Dezernentenkreis gleich vertreten waren. Auch die Bundesgartenschau 1981, die den Buga-See brachte, und die documenta mit Joseph Beuys' „7000 Eichen“ prägten unter seiner Leitung das Stadtbild.
Besonders in Erinnerung geblieben ist seine Rolle beim Mauerfall 1989. Eichel reagierte schnell, damit die Stadt die zehntausenden Menschen aus der DDR unbürokratisch und freundlich aufnehmen konnte. Zuvor hatte er bereits Partnerschaften mit Jaroslawl in der Sowjetunion und Arnstadt in der DDR aufgebaut.
Nach 16 Jahren als Oberbürgermeister zog es ihn in die Landespolitik. 1991 wurde er Ministerpräsident von Hessen. Später, ab 1999, war er im Bund unter Kanzler Gerhard Schröder Finanzminister. Weil er bei den Staatsausgaben sehr streng war, nannten ihn viele den „Eisernen Hans“. Von 2002 bis 2009 saß er im Bundestag.
Bevor Eichel in die Politik ging, arbeitete er als Lehrer am Wilhelmsgymnasium, wo er auch sein Abitur gemacht hatte. Auch nach seiner Zeit in den Spitzenämtern blieb er seiner Heimatstadt treu und engagierte sich etwa als Gästeführer bei der documenta.
Ob Hans Eichel die Auszeichnung tatsächlich bekommt, entscheidet die Stadtverordnetenversammlung in einer Sondersitzung am 26. Oktober 2026.
Quelle: Kassel – zur Originalmeldung