Kassel: Fachtag gegen Gewalt an Obdachlosen
Gewalt gegen Menschen ohne festen Wohnsitz passiert oft im Verborgenen. Ob körperliche Angriffe oder psychischer Druck – viele Betroffene erleben das regelmäßig, doch die Öffentlichkeit bekommt davon wenig mit. Deshalb laden der Präventionsrat Kassel und der Soziale Friedensdienst zu einem Fachtag ein.
Die Veranstaltung findet am 18. August in Kassel (Hessen) statt. Von 9 bis 16.30 Uhr wird im Bürgersaal des Rathauses darüber diskutiert, wie man diese Menschen besser schützen kann. In verschiedenen Vorträgen soll gezeigt werden, welche Arten von Gewalt es gibt und wie man sie verhindern kann.
Einige namhafte Gäste kommen nach Kassel. Unter anderem nehmen Vertreter der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) und Experten der Universität Bielefeld teil. Auch die Stadtpolizei Kassel und die Präventionsabteilung des Polizeipräsidiums Nordhessen sind dabei. Besonders wichtig: Ein Sprecher berichtet persönlich von seinem eigenen Lebensweg und erzählt, wie es für ihn war.
Ein weiterer Teil des Tages ist künstlerisch gestaltet. Die Künstlerin Catrine Val hat über mehrere Wochen wohnungslose Menschen in der Stadt begleitet. Sie hat Gespräche geführt und das Leben auf der Straße mit Fotos und Filmen festgehalten. Unter dem Titel „Wenn mein Körper ein Haus ist“ zeigt sie nun eine Fotoausstellung und zwei Kurzfilme. Diese sollen verdeutlichen, dass die Schutzlosigkeit oft schon lange beginnt, bevor jemand tatsächlich auf der Straße landet.
Den Auftakt macht Sozialdezernent Norbert Wett mit einem Grußwort. Er betont, dass Gewalt gegen Obdachlose nicht akzeptiert werden dürfe und dass man den Betroffenen endlich richtig zuhören müsse.
Der Eintritt zum Fachtag ist frei. Die Stadt lädt nicht nur Fachleute ein, sondern auch wohnungslose Menschen selbst und jeden anderen, der sich für das Thema interessiert.
Quelle: Kassel – zur Originalmeldung