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Kassel: Stadtarchiv sichert Unterlagen der Pvunzel

Hartmut Müller (li.), Mitglied der „Pvunzel“, hat das umfangreiche Material der Runde an das Stadtarchiv unter der Leitung von Dr. Stephan Schwenke übergeben. Copyright und Urheber siehe Kassel

Eine traditionsreiche Kulturgemeinschaft gibt ihr Erbe an die Stadt ab. Ab sofort können Interessierte die alten Aufzeichnungen der „Pvunzel“ einsehen.

In Kassel (Hessen) gibt es eine besondere neue Sammlung im Stadtarchiv. Die Unterlagen der „Pvunzel“ sind dort eingetroffen. Bei der Pvunzel handelte es sich um eine Gemeinschaft von Bürgern, die sich für Kunst und Kultur interessierten. Gegründet wurde die Runde bereits im Jahr 1884. Über viele Jahrzehnte war sie eine feste Größe im gesellschaftlichen Leben der Stadt.

Der Name der Gruppe kommt von der „Pfunzel“, einer alten kleinen Öllampe. Das sollte symbolisch für die Geselligkeit und den geistigen Austausch stehen. Doch die Zeit der aktiven Treffen ist vorbei. Nachdem der langjährige Präsident Helmut Bernert im letzten Jahr gestorben ist, ist die Gruppe fast erloschen. Heute gibt es nur noch drei Mitglieder, und regelmäßige Treffen finden nicht mehr statt.

Ein langjähriges Mitglied, Hartmut Müller, bot die Unterlagen im Januar 2026 an. Im März wurden sie dann offiziell an das Archiv übergeben. Das Material ist umfangreich: Es gibt 43 sogenannte „Pvunzel-Bücher“. Das sind zusammengefasste Jahrgänge einer Mitgliederzeitschrift. Darin stehen literarische Texte, Rätsel, Witze und Gedichte, die zu Geburtstagen geschrieben wurden. Ab dem Jahr 2004 ist die Sammlung komplett, ältere Hefte sind nur noch teilweise vorhanden.

Neben den Zeitschriften gibt es auch Mitgliederlisten, Einladungen zu Festen, handschriftliche Entwürfe und Fotos. In der Blütezeit Ende des 19. Jahrhunderts waren bis zu 40 Leute dabei. Bekannte Namen finden sich ebenfalls in der Liste, etwa der Musiklehrer Johann Lewalter oder der ehemalige Chefredakteur der Kasseler Allgemeinen Zeitung, Max Müller.

Laut Archivleiter Dr. Stephan Schwenke schließt die Übernahme eine Lücke in der Stadtgeschichte. Man bekommt so einen direkten Einblick, was die Menschen in Kassel vom späten 19. Jahrhundert bis heute bewegt hat.

Wer die Unterlagen sehen möchte, kann das ab sofort tun. Man muss sich dafür allerdings vorher beim Stadtarchiv Kassel anmelden.

Quelle: Kassel – zur Originalmeldung

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