Kassel: Betrüger verkaufen gefälschte Apple-Produkte
In Kassel (Hessen) und Umgebung sind rund zwei Dutzend Menschen auf eine Betrugsmasche hereingefallen. Eine Tätergruppe hat dort gefälschte Apple-Smartphones und Smartwatches verkauft. Die Geräte sahen so echt aus, dass die Käufer den Schwindel erst bemerkten, als sie die Geräte einrichten wollten. Beim Einschalten täuschten die Fälschungen sogar vor, echte Apple-Produkte zu sein.
Die Betrüger gingen dabei auf zwei Arten vor. Oft stellten sie die Geräte als Neuware in Originalverpackungen über ein Kleinanzeigenportal ein. Der Preis war dabei so niedrig, dass das Angebot für die Opfer extrem attraktiv wirkte. Um den Kauf zu beschleunigen, machten die Verkäufer Druck. Sie behaupteten, das Angebot gelte nur noch heute oder es gäbe schon viele andere Interessenten.
Die Treffen für die Übergabe fanden an öffentlichen Orten in Kassel sowie in Lohfelden und Hofgeismar (Landkreis Kassel) statt. Die Opfer kamen aus ganz Nordhessen und sogar aus Südniedersachsen. Um seriös zu wirken, händigten die Betrüger nach der Bezahlung oft sogar eine Rechnung aus.
Neben den Online-Anzeigen suchten die Täter ihre Opfer auch direkt auf. Vor allem in der Kasseler Innenstadt sprachen sie Menschen in Geschäften, Spielhallen oder in der Straßenbahn an und boten ihnen die gefälschten Geräte an. Sobald das Geld geflossen war, war ein Kontakt zu den Verkäufern nicht mehr möglich.
Die Kriminalpolizei konnte mittlerweile einige Mitglieder der Gruppe ausfindig machen, die im Landkreis Kassel wohnen. In mehreren Wohnungen von Tatverdächtigen wurden bereits Durchsuchungen durchgeführt. Trotz dieser Erfolge warnt die Polizei, dass die Bande ihre Geschäfte vielleicht immer noch fortsetzt.
Die Beamten raten deshalb zu großer Vorsicht bei extrem günstigen Angeboten. Wer ein teures Gerät kauft, sollte dies nur bei Fachhändlern oder zertifizierten Shops tun. Misstrauisch sollte man werden, wenn Verkäufer Druck aufbauen oder die Bezahlung ohne Käuferschutz verlangen. Auch eine mangelhafte Verpackung kann ein Warnsignal sein.
Die Ermittlungen dauern an. Ob und inwieweit sich die Tatverdächtigen strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.