Karlsruhe: Vorsicht bei Sanierungen wegen Mauerseglern und Fledermäusen
Mit den warmen Monaten kommen die Mauersegler aus ihren Winterquartieren in Afrika zurück nach Karlsruhe (Baden-Württemberg). Bis in den Sommer hinein ziehen sie ihre Jungen in kleinen Spalten und Hohlräumen an Gebäuden auf. Genau jetzt beginnt aber für viele Hausbesitzer die Sanierungssaison an Dächern und Fassaden.
Das Problem ist, dass die Vögel sehr treu sind und jedes Jahr zu denselben Plätzen zurückkehren. Sie nisten oft hinter Verkleidungen, unter Dachvorsprüngen oder in Mauerspalten. Schon ein einfaches Gerüst oder Schutznetze können ausreichen, damit die Vögel nicht mehr an ihre Nester kommen. Wenn die Altvögel ausgesperrt werden, sterben die Eier oder Jungvögel im Nest.
Auch Fledermäuse nutzen solche Spalten im Sommer. Wenn die Baustelle diese Wege versperrt, kommen die Tiere nicht mehr aus ihren Quartieren heraus oder finden nicht mehr zurück.
Die Stadt Karlsruhe warnt: Mauersegler und Fledermäuse stehen unter besonderem Schutz. Das gilt auch für ihre Nester. Wer diese zerstört, verschließt oder die Tiere während der Aufzuchtzeit stört, muss mit Bußgeldern rechnen. Zudem kann es passieren, dass die Bauarbeiten mitten im Prozess gestoppt werden müssen, bis die Brutzeit vorbei ist. Das sorgt oft für hohe Mehrkosten.
Um das zu vermeiden, sollten Hausbesitzer ihre Gebäude schon im Vorjahr prüfen lassen. Oft lassen sich die Arbeiten zeitlich so legen, dass die Tiere nicht gestört werden. Wenn Nistplätze dauerhaft wegfallen, kann man meist Ersatzquartiere bauen.
Wer unsicher ist, was erlaubt ist oder ob geschützte Tiere im Haus wohnen, kann sich vorab beraten lassen. Die zuständige Stelle für Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt Karlsruhe ist unter der Telefonnummer 0721-133 3101 oder per E-Mail an umwelt-arbeitsschutz(at)karlsruhe.de erreichbar.
Quelle: Karlsruhe – zur Originalmeldung