Karlsruhe: Immer mehr Menschen brauchen Pflege
In Karlsruhe (Baden-Württemberg) wird es immer mehr Menschen, die im Alltag Hilfe brauchen. Das zeigt die zweite Ausgabe des sogenannten „Pflege-Monitor“, die jetzt im Sozialausschuss präsentiert wurde. Insgesamt sind in der Stadt 15.199 Menschen als pflegebedürftig gemeldet. Das sind deutlich mehr als noch im Jahr 2021; allein in dieser Zeit kamen 1.565 Menschen hinzu.
Die meisten Betroffenen möchten so lange wie möglich in ihrer eigenen Wohnung bleiben. Das funktioniert bei vielen auch. Vier von fünf Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Das übernehmen entweder Angehörige bei 8.390 Menschen oder ambulante Pflegedienste bei 2.285 Menschen. Weitere 2.002 Menschen nutzen staatliche Unterstützungsleistungen, um nicht in ein Heim ziehen zu müssen. In der Stadt gibt es dafür 45 Pflegedienste mit über tausend Mitarbeitern.
Wer nicht zu Hause versorgt werden kann, landet in einem Heim. In Karlsruhe gibt es 43 Pflegeheime. Dort arbeiten mehr als 2.700 Fachkräfte, die sich um rund 2.500 Bewohner kümmern. Besonders deutlich wird der Bedarf bei den ganz Alten: Über die Hälfte aller Menschen über 85 Jahre ist in Karlsruhe auf Hilfe angewiesen. Bei den 65- bis 85-Jährigen sind es etwa 13 Prozent.
Für die Zukunft sieht es nach noch mehr Arbeit aus. Die Stadt schätzt, dass bis zum Jahr 2040 etwa 16.717 Menschen in Karlsruhe pflegebedürftig sein werden. Das ist ein Anstieg von zehn Prozent im Vergleich zu 2023.
Im Sozialausschuss diskutierten die Politiker über die Folgen. Es geht dabei vor allem um den Fachkräftemangel und neue Gesetze in der Pflege. Die Grünen schlugen vor, in künftigen Berichten auch das Thema Hitze zu behandeln, da dies für alte Menschen gefährlich ist. Auch die Frage, ob genug neue Heime gebaut werden und wie viele Angehörige in Zukunft noch helfen können, stand im Gespräch.
Karina Langeneckert von der Sozial- und Jugendbehörde betonte, dass verschiedene Pflegeformen wichtig seien, damit die Menschen in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können. Markus Barton von der AWO forderte zudem mutige neue Lösungen für den Pflegealltag.
Quelle: Karlsruhe – zur Originalmeldung