Hürth jagt Schottergärten und versiegelte Flächen
In Hürth (Rhein-Erft-Kreis, Nordrhein-Westfalen) geht die Stadt gegen graue Gärten und zu viel Beton vor. Die Stadtverwaltung prüft derzeit in verschiedenen Wohngebieten, ob die Eigentümer die Regeln für die Versiegelung ihrer Grundstücke einhalten. Dabei geht es nicht nur um die Vorgärten, sondern um das gesamte Grundstück.
Entscheidend ist hier die sogenannte Grundflächenzahl. Diese Zahl legt genau fest, wie viel Prozent eines Grundstücks bebaut oder versiegelt werden dürfen. Wer diese Grenze überschreitet, riskiert Ärger mit dem Bauordnungsamt. Als nächstes stehen die Grundstücke im Gebiet des Bebauungsplanes 402 „Marktweg-Süd“ auf der Liste der Kontrolleure.
Die Stadt geht dabei schrittweise vor. Bevor es zu offiziellen Maßnahmen oder Bußgeldern kommt, können sich die betroffenen Eigentümer zu den Feststellungen äußern. Wenn sich ein Verstoß bestätigt, müssen die unzulässigen Flächen wiederhergestellt und begrünt werden.
Solche Kontrollen sind in Hürth keine Neuheit mehr. Bereits 2023 wurde die Siedlung Berrenrath überprüft. Im Februar 2025 folgten rund 245 Haus- und Wohneinheiten im Gebiet „Efferen-West“. Die Beamten nutzen dafür Ortsbegehungen und werten Luftbilder aus. In mehreren Fällen mussten Verstöße bereits behoben werden.
Die Stadt möchte damit auch ein Zeichen gegen die Hitze in den Wohngebieten setzen. Begrünte Flächen nehmen Regenwasser auf und kühlen die Umgebung, während Beton die Hitze speichert. Um die Bürger zu überzeugen, hängen an Bushaltestellen Plakate mit dem Motto „Leg der Natur keine Steine in den Weg“. Zudem erhalten alle, die eine Baugenehmigung bekommen, einen Flyer mit Tipps für naturnahe Gärten.
Die Kontrollen der Freiflächen werden auch in Zukunft fortgesetzt. Weitere Angaben zu aktuellen Verfahren liegen bislang nicht vor.
Quelle: Hürth – zur Originalmeldung