Hoyerswerda: Verzögerungen beim barrierefreien Ausbau des Bahnhofs
Am 25. August trafen sich etwa 50 Bürger in Hoyerswerda (Sachsen), um mehr über den Ausbau ihres Bahnhofs zu erfahren. Vertreter der Deutschen Bahn, der Stadtverwaltung und vom Kulturfabrik Hoyerswerda e.V. hatten zu der Veranstaltung eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob die Arbeiten wirklich bis 2027 fertig werden.
Heiko Klaffenbach vom Bahnhofsmanagement Dresden betonte, dass die Bahn alles tue, um schnell voranzukommen. Er hielt an dem Ziel für 2027 fest, gab aber gleichzeitig zu, dass es derzeit Verzögerungen gibt. Ein großes Problem ist die Technik der Oberleitungen. Für die Umstellung braucht man Spezialfirmen, von denen es in Deutschland nur wenige gibt. Diese Firmen haben momentan jedoch keine freien Kapazitäten.
Projektleiter Mathias Domschke von der Bahn erklärte, dass sie mehrere Firmen angerufen hätten, aber alle abgesagt hätten. Da für eine Systemumstellung viele Fachleute gleichzeitig an Ort und Stelle sein müssen, kann das Vorhaben nicht starten, wenn auch nur an einer Stelle Personal fehlt. Ursprünglich war geplant, das Gleis 1/2 in Betrieb zu nehmen, um danach mit den Arbeiten an Gleis 3/4 zu beginnen.
Neben den Gleisen geht es auch um das Bahnhofsgebäude. Projektmanager Marco Bloch stellte die ersten Ergebnisse einer Bürgerbefragung vor. Die Menschen in der Stadt konnten im Mai und Juni online oder in einem Workshop Ideen einreichen, wie das Gebäude wiederbelebt werden kann. Diese Befragung ist Teil einer Studie, um zu prüfen, was finanziell und inhaltlich überhaupt machbar ist.
Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh machte deutlich, dass das Gebäude momentan noch privat gehört. Die Stadt hat aber großes Interesse daran, es zu kaufen und im Zuge des Strukturwandels neu zu gestalten. Die Studie wird zeigen, welche Nutzungen realistisch sind. Die Förderung für diese Untersuchung kommt aus der Sächsischen Staatskanzlei.
Zum Abschluss besichtigten die Gäste die Baustelle. Christian Völker-Kieschnick, der auch die Moderation übernommen hatte, führte die Gruppe gemeinsam mit den Verantwortlichen der Bahn über das Gelände, wo die Teilnehmer Details zum Bauvorhaben aus nächster Nähe sehen konnten.