Homberg: Experten diskutieren über Lernen außerhalb der Schule
Am 20. August 2026 trafen sich zehn interessierte Menschen in der Krone in Homberg (Efze, Hessen) zu einem Stadtgespräch. Im Mittelpunkt stand die Frage, was sogenannte außerschulische Lernorte eigentlich bringen. Der Lehrer Sascha Kurzrock leitete die Runde und erklärte, dass solche Orte genau dann wertvoll sind, wenn man dort Dinge lernen kann, die im Klassenzimmer einfach nicht funktionieren.
Kurzrock nannte als Beispiele den Frankfurter Flughafen, den Hessenpark, das Staatstheater Kassel und die Gedenkstätte Buchenwald. Diese Orte sind völlig verschieden, zeigen aber gemeinsam, dass man manche Themen erst erleben muss, um sie wirklich zu verstehen. In der Diskussion wurde deutlich: Wenn Schüler vor Ort beobachten und mit Menschen sprechen, bricht das die normale Ordnung von Lehrer und Schüler auf. Es entsteht ein echter Austausch statt eines bloßen Vortrags.
Die Teilnehmer erinnerten sich auch an eigene Erfahrungen. Viele nannten Besuche im Planetarium, Wandertage oder Auslandsaufenthalte als Momente, in denen sie besonders viel gelernt haben. Es gehe also nicht nur um ein einzelnes Fach, sondern um die persönliche Entwicklung.
Doch so gut die Idee ist, die Umsetzung ist oft schwierig. Damit eine Klasse wirklich aus dem Gebäude kommt, braucht es engagierte Lehrer, eine unterstützende Schulleitung und eine gute Organisation. Es müssen Fahrten geplant, Kosten geklärt und Sicherheitsfragen beantwortet werden. Zudem wurde betont, dass ein Ausflug allein noch kein guter Unterricht ist. Damit das Lernen nachhaltig ist, muss der Besuch vorher vorbereitet und danach im Unterricht besprochen werden.
Wer Interesse an weiteren Diskussionen hat: Das nächste Stadtgespräch im Kulturzentrum und Gasthaus Krone findet am 17. September 2026 statt. Dann geht es um das Thema Teilhabe und Mitwirkung. Als Referenten kommen Annika-Christine Weisheit von der Diakonie und der Sozialpädagoge Jürgen Kurz.