Hamburg: Koffer am Bahnsteig löst Großeinsatz aus
Am Mittag des 3. September passierte es am Hamburger Hauptbahnhof (Hamburg). Gegen 12:47 Uhr bemerkten Sicherheitsleute der Deutschen Bahn einen Koffer auf dem Bahnsteig zu den Gleisen 11 und 12. Das Gepäckstück war nicht einfach nur abgelegt, sondern mit einem Fahrradschloss an einem Pfeiler festgekettet.
Die Beamten der Bundespolizei wussten zunächst nicht, was sich im Koffer befand. Durch Lautsprecherdurchsagen versuchten sie, den Besitzer zu finden, doch niemand meldete sich. Auch die Aufnahmen der Überwachungskameras halfen nicht weiter. Weil die Lage unklar war, mussten die Polizisten einen Teil des Bahnsteigs räumen und absperren. Sogar die Gleise wurden gesperrt, damit niemand in die Gefahrenzone geriet.
Kurz darauf traf der Entschärfungsdienst der Bundespolizeidirektion 11 ein. Die Experten untersuchten den Koffer genau. Erst nachdem sie sicher waren, dass keine Gefahr bestand, wurde das Gepäckstück geöffnet. Im Inneren befanden sich ganz normale Reisesachen. Die Polizei übergab den Inhalt daraufhin als Fundsache an die Deutsche Bahn. Gegen 14:34 Uhr war der Einsatz beendet.
Kurz nach dem Ende der Maßnahmen, gegen 15:00 Uhr, tauchte ein 20-jähriger Deutscher beim Revier der Bundespolizei auf. Er gab an, dass der Koffer ihm gehöre. Auf weitere Fragen wollte er in der Wache jedoch nicht antworten. Die Beamten führten ein langes Gespräch mit dem jungen Mann und wiesen ihn darauf hin, dass er für die Kosten des gesamten Einsatzes aufkommen muss. Danach wurde er entlassen.
Die Bundespolizei nutzt den Vorfall für eine Warnung: Gepäckstücke dürfen in Bahnhöfen niemals unbeaufsichtigt bleiben. Wer Dinge vergisst oder herrenlose Koffer findet, soll sofort das Personal oder die Polizei informieren. Wer seine Sachen einfach stehen lässt, riskiert nicht nur Verspätungen für andere Reisende, sondern muss am Ende möglicherweise eine hohe Rechnung für den Polizeieinsatz bezahlen.
Ob und inwieweit der junge Mann tatsächlich die Kosten für den Einsatz übernehmen muss, klärt nun die zuständige Behörde. Weitere Angaben liegen bislang nicht vor.
Quelle: Bundespolizeiinspektion Hamburg – zur Originalmeldung