Halle: Vier Wohnungsunternehmen bauen Quartier Voßstraße um
Im Quartier Voßstraße in Halle (Sachsen-Anhalt) tut sich etwas. Zum ersten Mal arbeiten vier große Wohnungsunternehmen der Stadt Hand in Hand, um ein ganzes Viertel zu verbessern. Mitmachen sind die Hallesche Wohnungsgesellschaft (HWG), die Wohnungsgenossenschaft FREIHEIT, die WG Frohe Zukunft und die WG Eisenbahn. Normalerweise endet die Verantwortung eines Vermieters an der Grundstücksgrenze. Jetzt planen sie aber über diese Grenzen hinweg ein gemeinsames Konzept für die Außenanlagen.
Das Ziel ist, dass es im Viertel im Sommer nicht mehr so extrem heiß wird. Durch die dichte Bebauung und zu wenig Schatten entsteht dort oft eine sogenannte Wärmeinsel. Die Temperaturen sind hier spürbar höher als am Stadtrand, weil die Luft kaum zirkulieren kann. Deshalb sollen neue Bäume gepflanzt und die Flächen stärker begrünt werden, um für mehr Schatten und Kühlung zu sorgen.
Ein großes Problem ist zudem der Regen. Das Gelände im Quartier fällt etwa zehn Meter stark in Richtung der Franckeschen Stiftungen ab. Bei Starkregen fließt das Wasser bisher einfach ungehindert weg. Die Unternehmen wollen das ändern und Lösungen finden, wie man das Wasser vor Ort halten und später wieder nutzen kann.
Auch für die Menschen, die dort wohnen, soll es bequemer werden. Die Voßstraße ist eine Sackgasse, weshalb es kaum Durchgangsverkehr gibt. Das ist eine Chance, die Wege für Fußgänger und Radfahrer besser zu machen. Es fehlen oft Rampen für Kinderwagen oder Fahrräder, und manche Treppen sollen durch Schrägen ersetzt werden, damit das Viertel barrierefrei wird.
Die Bewohner wurden bereits befragt. Sie wünschen sich vor allem mehr Grün, mehr Bänke zum Treffen und bessere Plätze für Fahrräder und Rollatoren. Diese Wünsche fließen nun in die Planung ein. Besonders markant ist das Viertel durch zwölf elfgeschossige Hochhäuser, in denen rund 500 Wohnungen liegen.
Für das Projekt konnten rund 500.000 Euro aus einem Bundesförderprogramm (KoMoNa) geholt werden. Neben den Vermietern sind auch die Stadt Halle, die Franckeschen Stiftungen, das Zukunftszentrum und das Architekturbüro Planerzirkel beteiligt. Die Details zur Umsetzung werden nun weiter konkretisiert.