Halle: Millionen-Förderung für neues Wasserwerk in Beesen
In Halle (Sachsen-Anhalt) wird die Wasserversorgung für die Zukunft aufgerüstet. Das Wasserwerk in Beesen, im Süden der Stadt, wird in den nächsten Jahren zu einem sogenannten Spitzenlastwasserwerk umgebaut. Das Ziel ist es, die Region gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen. Wenn es extrem heiß ist und lange Trockenphasen auftreten, stoßen die großen Fernwasserversorger oft an ihre Grenzen. In solchen Hitzewochen sind die Kapazitäten teilweise bis zu 97 Prozent ausgelastet.
Damit die Menschen auch bei großer Hitze genug Wasser haben und neue Firmen im Süden Sachsen-Anhalts nicht an einem Wassermangel scheitern, wird das Werk in Beesen nun modernisiert. Das Projekt kostet insgesamt rund 65 Millionen Euro. Ein Großteil davon wird gefördert: 53,07 Millionen Euro fließen in den Umbau. Davon kommen 41,57 Millionen Euro aus einem EU-Fonds und 11,5 Millionen Euro aus einem Sondervermögen des Bundes.
Technisch funktioniert das neue System wie eine Art Reserve. Das Werk kann im Stand-by-Betrieb laufen und bei Bedarf schnell hochgefahren werden. Dann kann es bis zu 20.000 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag liefern. Das Wasser wird aus 250 Brunnen in der Saale-Elster-Aue gewonnen und in das Netz der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz eingespeist. Damit profitieren nicht nur die Menschen in Halle, sondern der gesamte Süden des Landes. Im Notfall kann das Wasser sogar bis nach Magdeburg geleitet werden.
Um die Umwelt zu schonen, wird die alte Bausubstanz des Werks genutzt. Das spart CO2 und ist deutlich klimafreundlicher als ein kompletter Neubau. Zudem wird das Wasser so aufbereitet, dass es genau den gleichen Härtegrad hat wie das Wasser aus der Rappbodetalsperre. So lässt es sich problemlos mit anderen Wasserquellen mischen.
Die Planungen und Genehmigungen sind bereits durch. Wenn alles nach Plan läuft, starten die Bauarbeiten bereits im September. Bis zum Jahr 2030 soll das Werk fertiggestellt sein und in Betrieb gehen.