Halle: Feierliche Einweihung des Sinti-Mausoleums in Osendorf
Am Sonntag, den 23. August 2026, findet in Halle (Sachsen-Anhalt) ein besonderes Ereignis statt. Um 14 Uhr wird das Mausoleum von Josef Weinlich in der Karl-Meißner-Straße 42 im Stadtteil Osendorf feierlich eingeweiht. Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt wird die Gäste begrüßen.
Das Gebäude ist mehr als nur ein Grabmal. Die Stadt will damit an die Kultur der Sinti und Roma erinnern. Während der Zeit des Nationalsozialismus verschwand diese Minderheit fast vollständig aus Halle. Deshalb laden die Verantwortlichen nun Nachfahren und Vertreter der Minderheit ein. Unter anderem kommen Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Roma und Sinti, sowie Bildungsminister Jan Riedel zur Feier.
Auch die Jugend ist dabei. Schüler des Elisabeth-Gymnasiums haben sich mit der Geschichte befasst und werden über ihre Arbeit berichten. Unterstützt wurden sie dabei von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Für die Musik sorgt die „Sinti Jazz Connection“, die Sinti-Swing spielt – eine Musikrichtung, die auf den berühmten Gitarristen Django Reinhardt zurückgeht.
Der Aufwand für die Rettung des Denkmals war groß. Das Mausoleum wurde bereits 1915 gebaut, war aber im Jahr 2024 in einem so schlechten Zustand, dass es fast zusammengefallen wäre. Die Handwerker mussten viel tun: Das Fundament, die Mauern und die Decke wurden verstärkt. Das Dach wurde erneuert und die fehlende Tür wurde originalgetreu nachgebaut.
Insgesamt kostete die Rekonstruktion rund 350.000 Euro. Das Geld kam aus verschiedenen Töpfen. Das Land Sachsen-Anhalt steuerte 157.000 Euro bei, die Stadt Halle zahlte 35.000 Euro aus eigenen Mitteln. Den Rest übernahm ein Sonderprogramm des Bundes für den Denkmalschutz.