Gundelsheim rechnet mit finanziellen Problemen
In Gundelsheim (Landkreis Heilbronn, Baden-Württemberg) wird das Geld in Zukunft knapper. Der Gemeinderat hat sich in seiner letzten Sitzung den aktuellen Zwischenstand des Haushalts angesehen. Zwar gab es zum Stichtag am 20. Juli noch ein Plus von etwa 430.000 Euro, doch das ist trügerisch. Es stehen noch viele große Zahlungen an, und für das gesamte Jahr 2026 rechnet die Stadt weiterhin mit einem Minus von rund 3,4 Millionen Euro.
Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits sinken die Steuereinnahmen, vor allem bei der Gewerbesteuer. Eine neue Schätzung vom Mai 2026 zeigt, dass die Kommunen in ganz Baden-Württemberg deutlich weniger Geld einnehmen werden. Andererseits steigen die Kosten. Energie und Transporte werden teurer, die Zinsen klettern nach oben und auch Baumaterialien kosten mehr. Zudem spürt man im Landkreis Heilbronn die Probleme der Autoindustrie. Wenn die starken Städte weniger einnehmen, könnte der Landkreis eine höhere Kreisumlage fordern, um die Lücken zu füllen.
Die Stadt muss deshalb extrem sparen. Die Aufsichtsbehörden fordern eine strikte Disziplin. Jeder Euro, der am Ende des Jahres in der Kasse bleibt, soll helfen, das Loch für das Jahr 2027 zu stopfen.
Trotz der Geldnot müssen wichtige Bauprojekte weiterlaufen. Für 2026 sind insgesamt rund 3,5 Millionen Euro für Investitionen geplant. Der größte Brocken ist die Sanierung der Grundschule, die etwa 3,9 Millionen Euro kostet. Auch die Kläranlage wird für 631.000 Euro saniert und die Kita Regenbogenland bekommt für 218.000 Euro eine Kur. Für die Feuerwehr ist ein neues Fahrzeug für 220.000 Euro vorgesehen. Außerdem fließen Gelder in elektronische Sirenen, das Kanalnetz, die Straßenbeleuchtung sowie in neue Geräte für den Bauhof und die Feuerwehr.
Der Gemeinderat hat die Zahlen zum Ergebnishaushalt und zu den Investitionen nun offiziell zur Kenntnis genommen. Wie die Stadt die Lücken in den kommenden Jahren genau schließen will, bleibt abzuwarten.