Görlitzer Oberbürgermeister kämpft in Berlin für Bahnstrecke
Für die Stadt Görlitz (Sachsen) ist die Bahnverbindung nach Dresden extrem wichtig. Deshalb ist Oberbürgermeister Octavian Ursu am 7. Juli 2026 nach Berlin gereist. Dort traf er sich mit Politikern aus dem Bundestag und der sächsischen Infrastrukturministerin Regina Kraushaar. Gemeinsam wollen sie erreichen, dass die Strecke endlich elektrifiziert wird.
Das Problem ist derzeit die bürokratische Bewertung des Bundes. Die Strecke gilt momentan nur als „potenzieller Bedarf“. Damit das Projekt wirklich Fahrt aufnimmt, müsste es in den „vordringlichen Bedarf“ rutschen. Dafür ist ein bestimmter Kosten-Nutzen-Wert nötig. Die letzte Rechnung aus dem Jahr 2018 war zu niedrig, doch die Politiker sagen nun: Die Welt hat sich seitdem verändert, die alten Zahlen passen nicht mehr zur Region. Um die Planungen für den Abschnitt zwischen Demitz-Thumitz und Görlitz zu beschleunigen, stellt der Freistaat Sachsen nun acht Millionen Euro aus Bundesmitteln bereit.
Neben der Bahn standen auch die Beziehungen zu Polen auf dem Plan. Ursu besuchte die polnische Botschaft und sprach mit dem stellvertretenden Botschafter Jakub Wawrzyniak. Es ging um konkrete Projekte der Europastadt Görlitz/Zgorzelec. Die Partner wollen die grenzübergreifende Fernwärme „United Heat“ und das Grundwassermanagement „CrossWater“ verbessern. Außerdem sollen der öffentliche Nahverkehr über die Grenze hinweg besser werden und eine weitere Brücke für Autos über die Neiße gebaut werden.
Ein weiteres Thema war der Kampf gegen Antisemitismus. Ursu traf sich mit Carsten Ovens von Elnet-Deutschland. Es ging um die Kampagne „Fragemauer“, die in ganz Sachsen an öffentlichen Orten zu sehen ist. Mit humorvollen Fragen soll dort Wissen über jüdisches Leben und Israel vermittelt werden. Die Aktion ist Teil des Themenjahres „Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“.
Oberbürgermeister Ursu betonte nach seinen Terminen, dass die Gespräche offen und konstruktiv verlaufen seien. Er will die Bedeutung der Verkehrsanbindungen und die gemeinsamen Projekte mit Polen auf allen Ebenen bekannt machen, um mehr Unterstützung zu bekommen.
Quelle: Görlitz – zur Originalmeldung