Gelsenkirchen: Polizei jagt illegale E-Scooter
Die Polizei in Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) hat am Mittwoch einen ganzen Tag lang E-Scooter-Fahrer kontrolliert. Von 10 bis 18 Uhr suchten die Beamten die Stadt ab. Besonders genau schauten sie in den Fußgängerzonen im Norden und Süden hin. Die Polizisten waren zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Motorrad unterwegs, um die Fahrer zu erwischen.
Viele hielten sich nicht an die Regeln. Die Beamten schrieben zahlreiche Strafzettel und Anzeigen. Einige Fahrer fuhren in der Fußgängerzone oder nutzten während der Fahrt ihr Handy. Auch technische Mängel an den Scootern wurden gefunden. Andere fuhren auf dem Gehweg oder waren zu zweit auf einem Gerät unterwegs, was verboten ist.
Gegen 11.20 Uhr stoppte ein Polizist einen 35-jährigen Mann aus Gelsenkirchen in der Plutostraße. Der Fahrer hatte keinen gültigen Versicherungsnachweis dabei. Zudem wirkte der Mann so, als hätte er Drogen genommen. Die Polizei brachte ihn auf die Wache, wo ein Arzt eine Blutprobe nahm. Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren eingeleitet.
Später, gegen 14.30 Uhr, kontrollierte ein Polizist auf dem Motorrad zwei junge Männer aus Bochum. Die beiden sind 17 und 19 Jahre alt und waren auf der Ostpreußenstraße, in der Höhe der Straße Exterbruch, unterwegs. Bei der Kontrolle kam heraus, dass ihre Scooter manipuliert waren. Die Geräte konnten eine Geschwindigkeit von etwa 100 km/h erreichen. Die Jugendlichen gaben zu, dass man die Geschwindigkeit per Knopfdruck aktivieren oder deaktivieren kann. Beide müssen sich nun wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und fehlender Versicherung verantworten. Da der 17-Jährige vermutlich Drogen genommen hatte, wurde auch bei ihm eine Blutprobe entnommen.
Kurz vor Ende der Aktion, gegen 17.10 Uhr, bemerkten die Beamten in der Bahnhofstraße einen E-Scooter mit einem falschen Versicherungskennzeichen. Als die Polizei den 24-jährigen Fahrer aus Gelsenkirchen anhalten wollte, ignorierte dieser die Zeichen und flüchtete in Richtung Heinrich-König-Platz. In der Ahstraße konnten andere Kollegen den Mann schließlich einholen und stoppen. Auch er schien unter dem Einfluss von Drogen zu stehen. Gegen ihn wurde ebenfalls ein Strafverfahren eingeleitet.
Die Polizei warnt davor, E-Scooter falsch zu nutzen. Sie erinnern daran, dass nur eine Person auf dem Roller fahren darf und Drogen oder Alkohol tabu sind. Der Leiter der Verkehrsdirektion, Andreas Kluth, zeigte sich überrascht über die vielen schweren Verstöße. Er kündigte an, dass es in den nächsten Wochen und Monaten weitere solcher Kontrollen geben wird.
Ob und inwieweit sich die Verdächtigen strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen dauern an.