Forschung zum alten Luikenapfel in Baden-Württemberg
Vor rund 150 Jahren war der Luikenapfel in Württemberg fast überall zu finden. In der Gegend um Stuttgart waren damals wohl zwei Drittel aller Obstbäume dieser Sorte. Der Apfel war beliebt, weil er kräftig wuchs, hohe Erträge brachte und gut für Most geeignet war. Zudem blühte er spät, weshalb Frost ihm weniger schadete.
Jetzt wird die Sorte wieder genauer unter die Lupe genommen. Die Sortenerhaltungszentrale Baden-Württemberg am Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee (KOB) arbeitet zusammen mit dem Pomologenverein und der Fachberatung des Landkreises Reutlingen. Gemeinsam wollen sie klären, welche Bäume wirklich echte Luikenäpfel sind und welche nur eng verwandt sind.
Die Experten untersuchen dafür die Früchte und analysieren die Gene der Bäume. Dabei wollen sie herausfinden, wie die verschiedenen Sorten genetisch miteinander zusammenhängen.
Die Ergebnisse der mehrjährigen Untersuchung liegen bereits vor: 15 Sorten sind eigenständig und gehören nicht direkt zum Luikenapfel. Drei Proben waren exakt identisch mit der Sorte. Bei vier anderen Sorten, darunter der Ginger Luiken und der Stauferluiken, wurde ein Eltern-Tochter-Verhältnis festgestellt. Bei neun weiteren Sorten gab es hingegen gar keine direkte Verwandtschaft zum Luikenapfel.
Weitere Details zu den genetischen Analysen liegen bislang nicht vor.