Feuerwehr Mainz testet VR-Brillen für neue Rekruten
Wer wissen will, wie es ist, mit einer Drehleiter in schwindelerregende Höhen zu fahren oder mitten in einem Verkehrsunfall zu stehen, kann das bald in Mainz (Rheinland-Pfalz) ausprobieren. Die Feuerwehr testet dort als erste Feuerwehr weltweit spezielle Kurzfilme für die Apple Vision Pro. Zusammen mit der Mainzer Firma Quadrolux werden dafür Filme gedreht, die sich fast echt anfühlen.
Das Ganze funktioniert über eine besondere Kameratechnik mit zwei hochauflösenden Sensoren. Wer die Brille aufsetzt, sieht ein Bild mit einer Breite von 180 Grad und einer räumlichen Tiefe. Dadurch hat man das Gefühl, wirklich mitten im Geschehen zu sein und nicht nur einen flachen Film zu schauen. Das soll Perspektiven zeigen, die sonst nur den Feuerwehrleuten vorbehalten sind.
Zuerst will die Feuerwehr die Technik nutzen, um neue Leute für den Beruf zu gewinnen. Bisher konnte man Interessierten zwar die Fahrzeuge und die Kleidung zeigen, aber nicht das Gefühl, Teil einer Mannschaft zu sein. Mit der VR-Technik soll diese Lücke geschlossen werden. Stefan Behrendt, der Amtsleiter der Feuerwehr, möchte die Technik so nutzen, dass der Beruf nicht nur gezeigt, sondern richtig erlebbar wird.
Aber das Recruiting ist erst der Anfang. Die Partner wollen später prüfen, ob die Brillen auch bei der Ausbildung, der Fortbildung oder bei der Brandschutzerziehung helfen können. Vor allem Situationen, die man in der Realität kaum nachstellen kann, sollen so trainiert werden. Gleichzeitig wird untersucht, wo die Technik gar keinen Nutzen bringt, da das gesamte Projekt als Erprobung geplant ist.
Erstmals können die Menschen das Projekt am 28. und 29. August 2026 bei der Berufsinformationsmesse in der Rheingoldhalle in Mainz ausprobieren. Besucher können dort die Brille aufsetzen und für ein paar Minuten in die Welt der Feuerwehr eintauchen. Für die Feuerwehr und die Firma Quadrolux ist dieser Messeauftritt der Startschuss, um herauszufinden, was die Technologie in Zukunft leisten kann.
Weitere Angaben zum genauen Verlauf der Tests liegen bislang nicht vor.