Feldkirchen-Westerham: Massive Einbußen bei Gewerbesteuer zwingen zu Sparmaßnahmen
In Feldkirchen-Westerham (Landkreis Rosenheim, Bayern) sieht es finanziell schlecht aus. Der Gemeinderat hat am 28. Juli 2026 beschlossen, den Haushalt für das Jahr 2026 massiv zu kürzen. Der Grund ist ein heftiger Einbruch bei der Gewerbesteuer. Die Gemeinde bekommt rund 5 Millionen Euro weniger, als sie eigentlich geplant hatte. Damit haben sich die Einnahmen aus diesem Bereich fast halbiert.
Bürgermeister Johannes Zistl spricht von einer sehr ernsten Lage. Die Entwicklung kam schnell und unerwartet. Um die Gemeinde finanziell zu retten, gibt es nun ein großes Sparpaket. Zwar konnte das Loch im Budget durch erste Maßnahmen bereits um 2,3 Millionen Euro verkleinert werden, aber es fehlen immer noch rund 2,7 Millionen Euro. Diese Summe muss die Gemeinde nun über Kredite finanzieren, was wiederum Geld für andere Investitionen wegnimmt.
Besonders hart trifft es das Personal. Die Personalkosten sollen um etwa eine Million Euro sinken. Die Gemeinde will zwar niemanden kündigen, aber offene Stellen werden grundsätzlich nicht mehr von außen besetzt. Das betrifft unter anderem den Bauhof, das Bauamt, die Kämmerei, die Musikschule und die Volkshochschule. Auch in den Kindertagesstätten wird an den Anstellungsschlüsseln gedreht. Die Folge: Es gibt weniger Leute für die gleiche Arbeit. Das bedeutet längere Wartezeiten und niedrigere Standards bei vielen Leistungen.
Auch bei den Bauvorhaben wird gespart. Insgesamt werden rund 3,59 Millionen Euro gestrichen. Betroffen sind Straßenbau, Sanierungen, der Breitbandausbau und verschiedene Infrastrukturprojekte. Viele dieser Vorhaben müssen verschoben oder verkleinert werden. Eine Ausnahme gibt es beim Brandschutz an der Grundschule Höhenrain; diese Maßnahme wird sogar vorgezogen und bereits 2026 umgesetzt.
Weitere Einschnitte gibt es beim Klimaschutz. Die Förderrichtlinie für Klimaschutz wurde bereits im Mai 2026 gestoppt. Wer schon einen Antrag gestellt hat, bekommt das Geld noch. Neue Anträge werden nicht mehr angenommen; ob das Programm ab 2029 wiederkommt, ist noch offen. Auch die Feuerwehren müssen bei ihren Budgets und Beschaffungen sparen, wobei die Einsatzbereitschaft gesichert bleiben soll.
Die Gemeinde macht deutlich, dass dies erst der Anfang ist. Für das Jahr 2027 wird die Lage voraussichtlich noch schwieriger. Deshalb werden alle freiwilligen Leistungen und Zuschüsse genau geprüft. Neue Ausgaben dürfen nur noch getätigt werden, wenn die Finanzierung absolut sicher ist.