Esslingen: Adenauerbrücke gesperrt wegen Schäden an Tragwerken
Seit drei Wochen ist die Adenauerbrücke in Esslingen am Neckar (Landkreis Esslingen, Baden-Württemberg) zu großen Teilen für den Autoverkehr gesperrt. Der Grund ist ein gefährlicher Zustand: Bei Untersuchungen kam heraus, dass tragende Teile der Brücke beschädigt sind. Das Bauwerk stammt aus den frühen 1970er Jahren und ist in die Jahre gekommen.
Das Problem ist die enorme Menge an Autos. Vor der Sperrung fuhren täglich über 30.000 Fahrzeuge über die Brücke, die die B10, den Neckar, die Bahngleise und die Ulmer Straße verbindet. Jetzt müssen all diese Autos woanders lang. Die Stadt hat mit einer Software berechnet, wohin der Verkehr ausweicht. Das Ergebnis: Die Route über den Zollberg und die Vogelsangbrücke ist am stärksten betroffen, dort fahren jetzt rund zwei Drittel mehr Autos als früher. Auch auf der Dieter-Roser-Brücke und der Verbindung zwischen Altbach und Deizisau ist der Verkehr um etwa 23 Prozent gestiegen.
Die Stadt hatte überlegt, den Verkehr zumindest bis zur Kurt-Schumacher-Straße weiterzulassen. Davon ist man aber abgesehen. In der kleinen Straße wären täglich 3.000 Autos mehr unterwegs gewesen. Das hätte nicht nur zu Staus geführt, sondern vor allem die Feuerwehr behindert, die dort schnell ein- und ausfahren muss. Nur die Stadtbusse dürfen den Abschnitt weiterhin nutzen, damit die Fahrpläne stabil bleiben und die Leute nicht noch mehr auf das Auto umsteigen.
Um das Chaos zu bewältigen, hat die Stadt eine sogenannte Taskforce gegründet. Die Bürgermeister und Experten treffen sich dort jede Woche. Erste Maßnahmen gibt es schon: Die Ampelschaltungen im Stadtgebiet wurden angepasst. Nach den Sommerferien, wenn wieder mehr Autos auf den Straßen sind, will die Stadt an Hotspots wie dem Altstadtring oder dem Hirschlandkopf genau beobachten, wo es hakt, um die Ampeln weiter zu optimieren. Auch die Wegweiser für Lieferanten im Gewerbegebiet an der Rennstraße sollen verbessert werden.
Langfristig hilft nur ein Neubau. Da die Brücke über die B10, den Fluss und die Schienen führt, ist die Planung kompliziert. Die Stadt will ein Bauwerk schaffen, das bis weit ins 22. Jahrhundert hält. Im Oktober soll der Gemeinderat die ersten Optionen für den Ersatzneubau bekommen.
Die Ermittlungen zu den genauen Ursachen der Schäden und die Detailplanung für den Neubau dauern an.