Essen: Oberbürgermeister besucht Zeitzeugin der NS-Zeit
Am Freitag, den 21. August, war Oberbürgermeister Thomas Kufen zu Besuch bei einer besonderen Essenerin (Nordrhein-Westfalen). Er traf Dr. Maria Theodora Freifrau von dem Bottlenberg-Landsberg, die 1930 geboren wurde. Die promovierte Germanistin war lange Zeit in der katholischen Erwachsenenbildung in Essen tätig.
Im Zentrum des Gesprächs stand die Geschichte ihrer Familie. Ihr Vater, Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg, leistete Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er verhaftet. Kurz vor Ende des Krieges, in der Nacht vom 23. auf den 24. April 1945, ermordeten die Nationalsozialisten ihn im Gefängnis in der Berliner Lehrter Straße.
Die Tochter hat das Schicksal ihres Vaters nicht einfach nur privat verarbeitet. Sie hat die Ereignisse wissenschaftlich untersucht und in einem Buch festgehalten. Darin verbindet sie historische Fakten mit ihren eigenen Erinnerungen.
Besonders wichtig war für den Oberbürgermeister, dass die Zeitzeugin über viele Jahre hinweg mit Schülern sprach. Sie erzählte den Jugendlichen von ihrer eigenen Kindheit und Schulzeit unter den Nazis. So machte sie die Geschichte für die junge Generation greifbar.
Thomas Kufen betonte beim Abschied, wie wertvoll solche persönlichen Berichte heute sind, da immer weniger Menschen aus dieser Zeit noch leben. Die Erinnerungen sollen eine Mahnung sein, die Demokratie und die Würde jedes Menschen zu schützen.
Quelle: Essen – zur Originalmeldung