Eschweiler holt internationale Fachkräfte in die Kitas
In Eschweiler (Städteregion Aachen, Nordrhein-Westfalen) gibt es zu wenig Personal in den Kindertagesstätten. Gleichzeitig leben viele Menschen in der Region, die in ihrer Heimat studiert haben, aber hier oft Jobs weit unter ihrer Qualifikation machen. Um dieses Problem zu lösen, startet am 3. September 2026 ein neues Modellprojekt.
Die Idee dazu entstand letztes Jahr ganz ungezwungen bei einem Familienfest am Blaustein-See. Dort sprachen die Erste Beigeordnete der Stadt, Dana Duikers, und Jan Röder vom Kommunalen Integrationszentrum der Städteregion Aachen über den Fachkräftemangel und die Hürden für ausländische Absolventen auf dem Arbeitsmarkt. Nun wird aus dem Gespräch ein konkreter Plan.
Insgesamt zwölf Menschen haben einen Platz in dem Programm bekommen. Die Teilnehmenden kommen aus verschiedenen Ländern, unter anderem aus der Türkei, dem Iran, Nigeria, der Ukraine und Albanien. Dabei ist sogar eine ehemalige Schulrätin mit dabei. Viele der Teilnehmer haben Pädagogik studiert, mussten aber wegen Flucht oder familiären Gründen erst einmal andere Wege gehen.
Zum Start gab es ein Treffen im Kirschenhof in Eschweiler. Dort konnten die Teilnehmer bei Informationsständen der Volkshochschule (VHS), der Betreuungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche (BKJ) und dem Integrationszentrum ihre letzten Fragen klären. Der eigentliche Unterricht an der VHS Eschweiler beginnt dann am 22. September.
Das Programm dauert etwa sechs Monate und umfasst 160 Stunden Qualifizierung. Die Teilnehmer können wählen, ob sie in Vollzeit oder Teilzeit teilnehmen. Neben dem Unterricht gibt es Praktika in Eschweilerer Kitas, um praktische Erfahrung zu sammeln. Das Case Management der Städteregion Aachen hilft den Leuten zudem bei den offiziellen Behördengängen und prüft die ausländischen Abschlüsse.
Wer mitmachen möchte, braucht in der Regel Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 und eine entsprechende Ausbildung oder ein Studium in Bereichen wie Lehramt, Pädagogik oder Therapie (zum Beispiel Logopädie oder Physiotherapie). Nach einem erfolgreichen Abschluss gibt es ein Zertifikat, mit dem die Fachkräfte in regionalen Bildungseinrichtungen arbeiten können.
Die Stadt und die Städteregion hoffen nun, dass das Projekt in Eschweiler funktioniert. Wenn es ein Erfolg wird, sollen auch andere Kommunen dieses Beispiel übernehmen.
Quelle: Eschweiler – zur Originalmeldung