Eisenberg verlängert Sanierung der Altstadt bis 2031
Seit über 30 Jahren wird in der Altstadt von Eisenberg (Thüringen) an der Bausubstanz gearbeitet. Alles begann am 22. Oktober 1990, als der Stadtrat eine Untersuchung startete. Diese zeigte damals schwere Mängel im Stadtbild auf. Um diese zu beheben, wurde 1992 das Sanierungsgebiet „Eisenberg-Altstadt“ offiziell festgelegt.
Das Ziel war klar: Die Altstadt sollte wieder attraktiver werden, die Wohnverhältnisse sollten sich verbessern und der Verkehr sollte besser gelenkt werden. Auch Grünflächen und historische Plätze standen im Fokus. Bis zum Stand vom September 2021 wurden insgesamt 162 Vorhaben mit 275 Einzelbescheiden umgesetzt. Dazu gehörten unter anderem Arbeiten am Rathaus, am Museum, an der Stadtkirche und an verschiedenen Straßen wie der Wassergasse oder der Lindengasse. Insgesamt flossen rund 17,83 Millionen Euro in diese Maßnahmen, wovon etwa 13,88 Millionen Euro aus Fördermitteln von Bund und Land stammten. Die Stadt selbst steuerte rund 3,95 Millionen Euro bei.
Auch private Eigentümer haben mitgeholfen. Seit dem Jahr 2000 gab es 189 Bescheinigungen für private Modernisierungen, was Investitionen in Höhe von 9,72 Millionen Euro auslöste.
Obwohl viel erreicht wurde, ist die Arbeit noch nicht fertig. Besonders die Gestaltung von Straßenräumen wie dem Leipziger Tor, dem Malzplan und dem Roßplatz sind noch wichtig. Zudem gelten etwa 70 Gebäude im Gebiet immer noch als unsaniert. Deshalb hat der Stadtrat am 23. September 2021 entschieden, die Sanierungsmaßnahme bis zum 31. Dezember 2031 fortzuführen.
Für die Grundstückseigentümer hat das konkrete Folgen: Sie können weiterhin steuerliche Vergünstigungen für Modernisierungen nutzen. Gleichzeitig bleibt die Genehmigungspflicht für Baumaßnahmen bestehen. Ein wichtiger Punkt ist der sogenannte Ausgleichsbetrag. Da die öffentlichen Sanierungen den Wert der Grundstücke gesteigert haben, müssen die Eigentümer diesen Wertzuwachs am Ende der Sanierung an die Gemeinde zahlen. Wer nicht warten will, kann den Betrag auch vorzeitig und freiwillig ablösen, was oft Vorteile bei der Kalkulation oder beim Verkauf der Immobilie bringt.
Aktuell sammelt das Amt für Bauen und Wirtschaftsförderung die nötigen Unterlagen, um die Bodenrichtwerte für diese Ausgleichsbeträge zu ermitteln. Die Stadt rechnet damit, dass dies noch viel Zeit und Personal in Anspruch nehmen wird.
Quelle: Eisenberg – zur Originalmeldung