Echterdingen saniert Martin-Luther-Straße zur Fahrradstraße
In Echterdingen (Baden-Württemberg) steht eine große Baustelle bevor. Der Gemeinderat hat am Dienstagabend beschlossen, die Martin-Luther-Straße umfassend zu modernisieren. Das betrifft den Abschnitt zwischen der Leinfelder Straße und dem Charlottenweg. Die Arbeiten sollen im nächsten Jahr starten.
Der Grund für die Sanierung ist der schlechte Zustand der Straße. Der Asphalt ist kaputt, Pflastersteine an den Einmündungen sind locker und auch der Unterbau der Straße ist marode. In der jährlichen Bewertung der Straßenzustände haben mehrere Abschnitte sogar die schlechteste Note bekommen.
Da die Straße sowieso aufgerissen wird, nutzen die Stadt und die Versorger die Chance für eine Generalüberholung. Die Netze BW tauschen Gasleitungen und Hausanschlüsse aus und modernisieren den Strom. Die alten Strommasten (Dachständer) verschwinden, stattdessen kommen die Leitungen unter die Gehwege. Parallel dazu erneuern die Stadtwerke Leinfelden-Echterdingen die Wasserleitungen und Teile der Kanalisation.
Nach dem Umbau wird die Martin-Luther-Straße als Fahrradstraße ausgewiesen. Das bedeutet: Radfahrer haben an den Einmündungen Vorrang, die alte Regel „Rechts vor Links“ gilt dort nicht mehr. Neue Schilder und Markierungen sollen das deutlich machen. Die Straße soll künftig eher den Anwohnern dienen und weniger als Abkürzung für den Durchgangsverkehr genutzt werden. Autos dürfen weiterhin in beide Richtungen mit Tempo 30 fahren.
Auch das Aussehen der Straße ändert sich. Die Gehwege werden mit mindestens 2,50 Metern deutlich breiter und damit sicherer. Die Fahrbahn wird meist auf 4,60 Meter verengt, an einigen Stellen aber auf 5,50 Meter erweitert, damit Busse und Umleitungsverkehr noch durchkommen. Dafür gibt es weniger Parkplätze: Statt 31 Stellplätzen bleiben nur noch 18 übrig. Die Stadt lässt die Parkplätze dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden, etwa zwischen der Marienstraße und der Hirschstraße.
Um die Stadt grüner zu machen, werden neun neue Bäume gepflanzt. Zudem kommen helle Pflastersteine zum Einsatz. Diese heizen sich im Sommer weniger auf und lassen Regenwasser besser versickern.
Insgesamt kostet das Projekt rund 1,77 Millionen Euro. Da die Stadt die Straße zur Fahrradstraße ausbaut, bekommt sie eine hohe Förderung vom Land. Rund 1,3 Millionen Euro übernimmt der Staat, sodass die Stadt selbst nur etwa 465.000 Euro bezahlen muss. Hätte man die Straße nur einfach geflickt, wären die Baukosten zwar etwas niedriger gewesen (1,66 Millionen Euro), aber die Stadt hätte die gesamte Summe alleine tragen müssen.