Drogenschmuggel: Chef einer Bande in Bosnien gefasst
Die Ermittler waren dem Mann lange auf der Spur. Nun konnte der mutmaßliche Kopf einer hessischen Schmugglerbande in Sarajevo (Bosnien und Herzegowina) lokalisiert und festgenommen werden. Als die Beamten seine Räume durchsuchten, fanden sie drei scharfe Schusswaffen und passende Munition. Der 34-Jährige soll nun nach Deutschland überstellt werden.
Der Mann steht im Verdacht, den Schmuggel von mindestens 88 Kilogramm Kokain organisiert zu haben. Die Drogen kamen unter anderem aus den Niederlanden. Er nutzte dafür Kuriere, die ihre Autos mit professionellen Verstecken ausstatteten, um die Polizei zu täuschen. Die Drogen sollten europaweit verkauft werden.
Die Fahndung ist Teil eines riesigen Verfahrens, das die Behörden bereits seit dem Frühjahr 2025 führen. Alles begann im April 2025, als Zoll und Polizei in Frankfurt am Main, Trebur, Niedernhausen und Walluf (Hessen) vier illegale Bunker entdeckten. In diesen leerstehenden Immobilien lagerten rund 350 Kilogramm Marihuana, über 200 Kilogramm Amphetamin und etwa 186 Kilogramm Codein. Damals wurden bereits vier Menschen festgenommen.
Diese Funde führten die Ermittler schließlich zu der aktuellen Gruppe. Im Mai 2026 gab es dann weitere Schläge: In München, Frankfurt am Main und in der Schweiz klammerten Spezialeinheiten rund 88 Kilogramm Kokain, Crystal-Meth und Amphetamin sowie 145.000 Euro Bargeld ein. Dabei wurden zwei Frauen und fünf Männer im Alter von 23 bis 39 Jahren festgenommen. Diese sitzen derzeit in Untersuchungshaft.
Ob und inwieweit sich die Verdächtigen strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft Wiesbaden. Die Ermittlungen dauern an. Es gilt die Unschuldsvermutung.