Dresden: Millionenbetrug mit Falschgeld durch internationale Bande
Die Masche war simpel, aber effektiv: Die Betrüger suchten sich Unternehmer als Opfer. Sie gaben vor, etwas kaufen zu wollen. Bei der Übergabe der Ware bekamen die Unternehmer dann jedoch nur Falschgeld in die Hand gedrückt. Diese sogenannten „RIP-Deals“ sollen seit Januar 2023 in einer Vielzahl von Fällen passiert sein.
Die Bilanz ist hoch. Ein 38-jähriger Serbe soll einen Schaden von etwa 1,85 Millionen Euro verursacht haben. Eine 39-jährige Frau mit schwedischer und bosnisch-herzegowinischer Staatsangehörigkeit soll für Verluste in Höhe von etwa 780.000 Euro verantwortlich sein. Auch in Dresden (Sachsen) gab es Opfer: Zwei Unternehmer aus der Stadt verloren insgesamt rund 240.000 Euro.
Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Dresden hatten eine eigene Gruppe für diesen Fall gegründet, die „EG Odelo“. Die Ermittler überwachten mehrere Telefonanschlüsse der Bande. So konnten sie nicht nur die Täter finden, sondern auch weitere potenzielle Opfer warnen und so neue Taten verhindern.
Am 3. Dezember 2025 kam es dann zum Schlag. An einem internationalen Aktionstag durchsuchten Beamte gleichzeitig Gebäude in Deutschland, Schweden, Belgien und Italien. Dabei wurden der Mann und die Frau festgenommen. Seitdem sitzen beide in Untersuchungshaft.
Der Mann ist bereits vorbestraft, die Frau ist polizeilich bisher nicht bekannt. Beide haben zu den Vorwürfen bisher geschwiegen. Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Dresden erhoben. Das Gericht entscheidet nun, ob das Hauptverfahren eröffnet wird und wann die Verhandlung stattfindet.
Ob und inwieweit sich die Beschuldigten strafbar gemacht haben, klärt nun das Gericht. Es gilt die Unschuldsvermutung.