Dortmund: Polizei ändert Strategie bei Fußballspielen
In Dortmund (Nordrhein-Westfalen) gibt es eine neue Strategie für die Sicherheit bei Fußballspielen. Der neue Polizeipräsident Tim Frommeyer hat klare Vorstellungen, wie die Zusammenarbeit mit Vereinen wie Borussia Dortmund künftig laufen soll. Grundlage ist eine neue Kooperationsvereinbarung, die sogenannte Stadionallianz NRW.
Das Hauptproblem ist der enorme Aufwand. Allein in der letzten Saison mussten die Polizisten in Nordrhein-Westfalen rund 460.000 Arbeitsstunden für Fußballspiele aufwenden. Das ist so viel, als würden 350 Beamte ein ganzes Jahr lang nichts anderes tun. Frommeyer betont, dass diese Kräfte an anderen Stellen im Alltag fehlen und das auf Dauer nicht mehr tragbar ist.
Deshalb wird die Arbeit nun anders aufgeteilt. Die Vereine sind als Veranstalter für die Sicherheit im Stadion zuständig. Sie kennen ihre Fans und die Abläufe vor Ort am besten. Die Polizei wird deshalb grundsätzlich nicht mehr direkt im Stadionbereich präsent sein. Das gilt auch für Fanmärsche, die im Normalfall nicht mehr begleitet werden.
Das bedeutet aber nicht, dass die Beamten wegbleiben. Die Polizei greift im Stadion nur noch ein, wenn es wirklich brenzlig wird, also wenn Gefahr für Leib und Leben besteht oder Straftaten sofort gestoppt werden müssen. Frommeyer nennt das eine ehrliche Aufgabenteilung.
Gegen bekannte Störer wird die Polizei weiterhin hart durchgreifen. Stadionverbote, Platzverweise und Meldeauflagen sollen konsequent genutzt werden. Auch bei den Einlasskontrollen müssen die Vereine mehr tun, vor allem um Pyrotechnik aus dem Stadion fernzuhalten.
Polizeipräsident Frommeyer und Polizeidirektor Achim Stankowitz, der bereits die EM 2024 in Dortmund geleitet hat, wollen eng zusammenarbeiten. Sie tauschen sich frühzeitig aus, um Risiken einzuschätzen und die Konzepte rechtzeitig anzupassen, bevor es zu Problemen kommt.