Dortmund: KI-Chatbots helfen Schülern bei Berufswahl
In Dortmund (Nordrhein-Westfalen) gibt es jetzt digitale Unterstützung für Schüler, die nicht wissen, wohin die Reise nach der Schule gehen soll. Die Stadt hat zwei KI-Chatbots entwickelt, die die Namen Spike und Neo tragen. Diese virtuellen Coaches begleiten die Jugendlichen bei der Berufsorientierung.
Insgesamt 100 Schüler aus der neunten und zehnten Klasse der Anne-Frank- und der Martin-Luther-King-Gesamtschule haben das Programm bereits getestet. Bevor es losgehen konnte, mussten die Verantwortlichen genau prüfen, ob der Datenschutz passt. Deshalb werden keine echten Namen gespeichert; die Jugendlichen nutzen stattdessen Spitznamen.
Das System funktioniert so: Die Schüler loggen sich in einem geschützten Bereich auf der Internetseite dortmundatwork.de ein. Dann stellt der Bot drei Fragen. Es geht darum, wobei andere Menschen oft um Hilfe bitten, was so viel Spaß macht, dass man die Zeit vergisst und wofür man andere gerne begeistert. Die KI wertet die Antworten aus und schlägt am Ende fünf passende Ausbildungsberufe vor.
Das Besondere ist, dass Spike und Neo nicht einfach irgendetwas aus dem Internet suchen. Sie greifen auf die Daten von "Dortmund at work" zu. Das bedeutet, die Vorschläge beziehen sich direkt auf Firmen und Ausbildungsplätze aus Dortmund. Die Schüler erfahren so auch gleich, welche Betriebe in der Stadt ausbilden, in welchen Branchen sie arbeiten könnten und wie viel Geld sie während und nach der Lehre verdienen.
Die ersten Tester sind zufrieden. Der 17-jährige Mario Marsavela lobt, dass der Bot sofort auf den Punkt kommt und sogar Hilfe für Bewerbungsgespräche anbietet. Philip Stratmann, der Koordinator für berufliche Orientierung an der Anne-Frank-Gesamtschule, sieht darin eine Chance, dass Schüler Berufe entdecken, die sie sonst übersehen hätten.
Die erste Testphase ist nun abgeschlossen. Das Team vom Regionalen Bildungsbüro wertet derzeit die Fragebögen der Schüler aus, um zu sehen, ob die Beratung wirklich funktioniert hat und wo man noch nachbessern muss. Das Projekt ist Teil eines größeren Plans, um den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt zu verbessern.
Quelle: Dortmund – zur Originalmeldung