Donauwörth: Mehr Hilfe für Menschen mit Demenz
Michaela Kaag leitet das Mehrgenerationenhaus in Donauwörth (Landkreis Donau-Ries, Bayern). Kristina Wnuk arbeitet als Museumspädagogin im Heimatmuseum und im Käthe-Kruse-Puppen-Museum der Stadt. Beide haben nun die Weiterbildung „Kultur, Teilhabe & Älterwerden“ abgeschlossen. Die Kurse wurden von der Fachstelle für Demenz und Pflege Schwaben sowie dem Curatorium Altern angeboten.
Das Ziel ist einfach: Menschen mit Demenz sollen nicht außen vor bleiben. Sie sollen die Angebote im Mehrgenerationenhaus und in den Museen besser nutzen können. Im Mehrgenerationenhaus gibt es bereits viele kostenlose Treffpunkte, wie zum Beispiel einen Frühstückstreff für pflegende Angehörige oder Gedächtnistraining. Diese Angebote sollen nun noch sensibler auf die Bedürfnisse der Betroffenen zugeschnitten werden.
Ein konkretes Projekt startet bereits im Herbst. Auf dem Platz der Begegnung vor dem Mehrgenerationenhaus gibt es eine Kunstaktion mit der Künstlerin Franziska Schißler, die unter dem Namen „Chalkylove“ bekannt ist. Gemeinsam sollen große Bilder mit Kreide und Flüssigkreide entstehen. Das Ganze ist so geplant, dass auch Menschen mit Demenz oder körperlichen Einschränkungen problemlos mitmachen können.
Auch in den Museen der Stadt soll sich etwas ändern. Das Käthe-Kruse-Puppen-Museum, das Heimatmuseum, das Haus der Stadtgeschichte und das Archäologische Museum sollen künftig zu einem großen gemeinsamen Museum verschmelzen. Schon jetzt gibt es im Puppen-Museum einen Führer in leichter Sprache.
Kristina Wnuk bringt die Kultur zudem direkt zu den Menschen. Mit ihrem Angebot „Teekränzchen und Ton“ besucht sie Senioreneinrichtungen im Umkreis von 30 Kilometern um Donauwörth. Sie nimmt einen Koffer mit Objekten und Geschichten mit und bastelt danach mit den Senioren aus Ton oder Origami. Die Weiterbildung war für sie besonders wichtig, weil Museumsstücke manchmal starke Erinnerungen auslösen können – etwa an den Krieg. Jetzt fühlt sie sich sicherer im Umgang mit solchen schwierigen Momenten.
Quelle: Donauwörth – zur Originalmeldung