Dobitschen: Kreistagsfraktionen kämpfen um Erhalt der 10. Klasse
In Dobitschen (Landkreis Altenburger Land, Thüringen) geht es derzeit heiß her. Es geht um die Zukunft der Regelschule und konkret um die 10. Klasse im nächsten Schuljahr. Das Schulamt in Gera plant nämlich, die Klasse aufzulösen und die Schüler nach Schmölln zu schicken. Grund dafür sind zu geringe Schülerzahlen. Damit eine Klasse in Dobitschen bleiben darf, müssen mindestens 14 Schüler zusammenkommen. Wenn es auch nur einen Schüler weniger sind, sollen die Jugendlichen in Schmölln aufgeteilt werden.
Das kommt bei vielen nicht gut an. Die Schüler und Eltern wollen nicht, dass die Jugendlichen im wichtigsten Jahr vor dem Abschluss aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen werden. Die Angst ist groß: Wenn die 10. Klasse wegfällt, könnte das das Ende für den gesamten Schulstandort im Dorf bedeuten.
Nun haben mehrere Fraktionen des Kreistags gemeinsam reagiert. CDU, FDP, SPD, die Linke, die Grünen und die Regionalen schrieben einen Brief an das Schulamt. Sie fordern, dass der politische Wille des Kreistags respektiert wird. Denn bereits am 24. Juni 2020 hatte der Kreistag ohne eine einzige Gegenstimme beschlossen, alle Schulstandorte im Landkreis zu erhalten.
Der Widerstand im Ort ist groß. Eine Abordnung der Schule hat bereits fast 1.500 Unterschriften gesammelt und diese dem Petitionsausschuss im Thüringer Landtag übergeben. Auch der Thüringer Fachminister Helmut Holter hat sich eingeschaltet. Er betont jedoch, dass am Ende die Zahl der Schüler zählt. Nur wenn die Marke von 14 Menschen erreicht wird, kann die Klasse in Dobitschen bleiben. Er begründet dies mit der notwendigen Unterrichtsabsicherung und einer guten Lernsituation.
Ob die Forderungen der Politiker und Eltern durchgreifen, bleibt abzuwarten. Das Fachministerium prüft derzeit noch, ob es eine Lösung gibt, die den Verbleib der Klasse in Dobitschen ermöglicht. Weitere Angaben liegen bislang nicht vor.
Quelle: Dobitschen – zur Originalmeldung