Digitale Hilfe in Frankfurt: Avatare und neue Datenplattform
In Frankfurt (Hessen) wird die Medizin digitaler. Das Digitalministerium fördert zwei Projekte an der Universitätsmedizin, damit Gesundheitsdaten besser genutzt werden können. Das Ziel ist klar: Diagnosen sollen präziser werden und die Behandlung der Patienten soll besser funktionieren.
Ein Teil davon ist der sogenannte „Digitale Broad Consent“. Das ist im Grunde die Einwilligung der Patienten, dass ihre Daten für die Forschung genutzt werden dürfen. Damit das Ganze einfacher wird, gibt es jetzt digitale Helfer. Auf Tablets in der Prämedikationsambulanz erklären Avatare den Patienten, worum es geht. Diese digitalen Figuren wurden mit Künstlicher Intelligenz erstellt und sehen aus wie echte Ärzte. Die Patienten können zwischen einem Mann und einer Frau wählen. Die Erklärungen gibt es auf Deutsch, Englisch und in zehn weiteren Sprachen sowie in einfacher Sprache. Das Ministerium hat dieses Projekt für die Jahre 2025 und 2026 mit rund 63.500 Euro unterstützt.
Parallel dazu gibt es die Plattform „HealthDMP“. Früher lief vieles beim Zugriff auf Forschungsdaten noch über Papier. Das wird nun digitalisiert. Anträge auf Datenzugang sollen so schneller bearbeitet werden. Die Plattform ist bereits so gebaut, dass sie an den Europäischen Gesundheitsdatenraum angeschlossen werden kann. Dieses Projekt, an dem auch die Uni Gießen und die TH Mittelhessen mitgearbeitet haben, wurde mit 923.407 Euro gefördert. Es wurde bereits erfolgreich getestet, und nun soll das Forscherteam eine eigene Firma gründen.
Zusätzlich gibt es weitere Maßnahmen im Land. So wird aus dem Kompetenzzentrum für Telemedizin und E-Health eine Datentreuhandstelle an der TH Mittelhessen. Diese Stelle soll neutral prüfen, ob sensible Daten rechtlich und ethisch korrekt genutzt werden. Außerdem wird in Frankfurt und Marburg ein KI-System weiterentwickelt, das dabei hilft, seltene Krankheiten schneller zu erkennen.
Ob diese neuen Systeme den Klinikalltag langfristig entlasten, wird sich in der weiteren Anwendung zeigen.